nach oben
Gefangen, gequält, gefoltert: Tausende Jesidinnen leiden im Nordiraik unter der Terrormiliz IS. Baden-Württemberg nahm rund 1000 Opfer auf und zieht nun Zwischenbilanz des bundesweit einmaligen Sonderprogrammes.
Gefangen, gequält, gefoltert: Tausende Jesidinnen leiden im Nordiraik unter der Terrormiliz IS. Baden-Württemberg nahm rund 1000 Opfer auf und zieht nun Zwischenbilanz des bundesweit einmaligen Sonderprogrammes. © dpa
20.09.2016

Kabinett zieht Zwischenbilanz zum Sonderprogramm für IS-Opfer

Stuttgart. Die Landesregierung zieht eine Zwischenbilanz zu ihrem Programm zur Aufnahme von rund 1000 missbrauchten Frauen und Mädchen aus dem Nordirak. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) gibt dem grün-schwarzen Kabinett dazu am Dienstag einen Bericht. Im Anschluss informieren sie und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) die Presse.

Die Frauen und Mädchen sind Oper der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Eine der Frauen, die 23 Jahre alte Jesidin Nadia Murad, wurde am Freitag in New York zur Sonderbotschafterin für Opfer des Menschenhandels ernannt. Die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney will Murads Anliegen vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag bringen und erreichen, dass die Verbrechen an den Jesidinnen als Völkermord anerkannt und die Täter verurteilt werden.

Die Jesiden sind eine religiöse Minderheit, die vor allem im Norden des Iraks lebte, bis der IS die Region Anfang August 2014 überrannte.