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Bombenverdacht hält Karlsruhe in Atem.
Bombenverdacht hält Karlsruhe in Atem.
05.01.2012

Karlsruhe bereitet sich auf Bombenentschärfung vor

Karlsruhe. Ein Bombenverdacht hält Karlsruhe in Atem: Bei den Bauarbeiten zu einem Straßenbahntunnel sind Experten in der Stadtmitte auf ein verdächtiges Metallobjekt gestoßen. Sie wollen es am Freitag genau untersuchen. Dafür werden die Straßen um das Ettlinger Tor ab 13.00 Uhr komplett gesperrt. «Wenn es sich tatsächlich um einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handelt, entschärfen wir sofort», sagte Stadtsprecherin Helga Riedel am Donnerstag.

Klaus-Peter Olsson vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg zeigte sich optimistisch. «Im Normalfall entschärfen wir Blindgänger innerhalb von 30 Minuten.» Das Metallobjekt liegt in zweieinhalb Metern Tiefe neben dem Einkaufszentrum Ettlinger Tor. Zwischen 11.00 und 14.00 Uhr sollen alle Häuser in einem Radius von 350 Metern evakuiert werden. Für die betroffenen Bewohner hat die Stadt in einer Schule Aufenthaltsräume eingerichtet. Die Straßenbahn wird umgeleitet.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine Bombe handelt, ist groß, da Karlsruhe während des Zweiten Weltkrieges häufig Ziel von Bombern war. Experten schätzen, dass zwischen 1940 und 1945 zwei Millionen Brandbomben und 15 000 Sprengbomben über der Fächerstadt abgeworfen wurden. Etliche blieben als Blindgänger im Boden zurück. Erst Mitte Dezember waren Rheinbrücke und Südtangente für die Entschärfung einer 500-Kilo-Fliegerbombe gesperrt worden. dpa