nach oben
Der Karlsruher SC wird wohl noch viele Jahre im Wildpark spielen. Der Gemeinderat bevorzugt einen Neubau am alten Standort.
Der Karlsruher SC wird wohl noch viele Jahre im Wildpark spielen. Der Gemeinderat bevorzugt einen Neubau am alten Standort. © dpa
25.09.2013

Karlsruher Gemeinderat will Stadionneubau im Wildpark

Karlsruhe. Es wird wohl nichts mit dem Neubau eines Karlsruher Fußballstadions an anderer Stelle nahe einer Autobahnanschlussstelle. Eine Mehrheit der Fraktionen hatte sich am Dienstag dafür ausgesprochen, alle Stadionpläne auf den Wildpark zu konzentrieren. Tenor der Grundsatzdebatte, die nicht in einem Beschluss endete: Ein Neubau wäre vorteilhafter als eine Generalsanierung.

Das alte Wildparkstadion hat inzwischen fast das Rentenalter erreicht. Die Zukunft des Bundesliga-Fußballs sieht der Gemeinderat mehrheitlich in einem Neubau an alter Stätte, weil dies wirtschaftlich, ökologisch und politisch die einzige Lösung sei, um schnell etwas in der seit Jahren ungeklärten und kontrovers diskutierten Situation zu bewegen. Fußball-Zweitligist Karlsruher SC drängt schon lange auf eine Lösung, scheint aber in der Vereinsspitze nicht sonderlich vom Standort Wildpark begeistert zu sein. „Der jüngste, verklausulierte Brief des Präsidiums an die KSC-Mitglieder hat nicht zur Klärung beigetragen, ob und unter welchen klar benannten Umständen der Verein ein umgebautes Wildparkstadion (nach dem Modell aus der öffentlicher Präsentation im Juli 2013) akzeptieren würde“, bekamen die Stadträte in einem Antrag der Karlsruher Liste zu lesen.

Die Grünen wollten auch die Kosten für eine Generalsanierung des bestehenden Stadions prüfen lassen. „Grundsätzlich ist Profifußball laut Bescheinigung der DFL im heutigen Stadion noch auf Jahre hinaus möglich; selbst in der ersten Liga, wenn die Stadt als Eigentümer einige bauliche Sicherheitsmaßnahmen ergreift“, notiert die Karlsruher Liste in ihrem Antrag.

Mit dem Rückenwind eines klaren Mehrheitswillens des Gemeinderats wird Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) im Gespräch mit der KSC-Vereinsspitze am 9. Oktober eine starke Position haben. Sein CDU-Gegenkandidat um den OB-Posten und KSC-Präsident Ingo Wellenreuther galt bislang als Befürworter eines Stadionneubaus an einem anderen Standort nahe der Autobahn. Bei dem Gespräch soll auch in Erfahrung gebracht werden, wie der KSC finanziell das Stadionvorhaben stemmen will.

Im Antrag für den Gemeinderat hatte die Karlsruher Liste notiert: „Für den Gemeinderat ist zudem völlig unklar, wie der Verein in Zukunft seine Miete bezahlen will; und zwar egal, ob in einem sanierten Stadion – hier muss die Stadt ja jedes Jahr einer teilweisen Stundung zustimmen – oder in einem Neu- bzw. Umbau, wo die Miete sicher um ein Vielfaches höher läge.“

Da offensichtlich das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in den nächsten Jahren keine Erweiterungspläne für seinen Campus auf dem Wildparkgelände hat, muss jetzt hierauf in der Stadionfrage keine Rücksicht genommen werden. Bedenken wollen die Stadträte aber erst noch andere Großinvestitionen (Klinikum, Staatstheater), bevor es wohl noch in diesem Jahr eine Entscheidung zum KSC-Stadion geben wird. Die Richtung dafür ist vorgegeben: Gekickt wird wohl weiterhin im Wildpark.