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24.12.2016

Karlsruher Kombilösung soll wieder Schwung aufnehmen

Karlsruhe (dpa/lsw) - Nach einem Jahr voller Schwierigkeiten soll es beim Karlsruher Mammut-Verkehrsprojekt Kombilösung 2017 wieder flotter vorangehen. Höhepunkt der Probleme bei dem insgesamt rund 900 Millionen Euro teuren Doppelprojekt war im vergangenen Sommer die vorübergehende Einstellung der Bauarbeiten am Südabzweig des U-Bahntunnels unter der Innenstadt. Hintergrund des mehrwöchigen Streits waren finanzielle Forderungen des Unternehmens. Außerdem gab es Probleme beim Baufortschritt.

Sorgen bereitete den Verantwortlichen auch der Bundesrechnungshof, der plötzlich die Wirtschaftlichkeit des zweiten Teils der Kombilösung, den Straßentunnel am südlichen Rand der Innenstadt, infrage stellte. Nach monatelanger Warterei und gerade noch rechtzeitig für die Ausschreibung brachten Anfang Oktober Schreiben von Land und Bund die erlösende Nachricht.

Der 1,6 Kilometer lange Tunnel unter der Kriegsstraße kann gebaut werden, die Zuschüsse für das 225 Millionen Euro teure Bauwerk fließen wie vereinbart. Der Geschäftsführer der Karlsruher Schienen-Infrastrukturgesellschaft, Uwe Konrath, sprach von Verunsicherung und Anspannung bis in den späten Herbst. «Das Grüne Licht aus Berlin spornt uns jetzt an, das Gesamtprojekt auch zu einem guten Ende zu bringen.»

Im nächsten Jahr soll mit dem Umbau der Kriegsstraße begonnen werden. Gleichzeitig strebe der Ausbau der Tunnelstrecke mit sieben Haltestellen dem Ende entgegen. «Gute Aussichten also», sagte Konrath.

Über das Projekt Kombilösung hatte die Bevölkerung in Karlsruhe im Jahr 2002 abgestimmt. Mehr als 55 Prozent stimmten für die Kombination aus Straßenbahntunnel unter der Fußgängerzone und Straßentunnel unter der Kriegsstraße. An der Finanzierung der Kombilösung beteiligt sich der Bund mit bis zu 60 Prozent. Stadt und Land teilen sich den Rest.