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Kein Bud-Spencer -Tunnel in Schwäbisch Gmünd © dpa
27.07.2011

Kein Bud-Spencer -Tunnel in Schwäbisch Gmünd

SCHWÄBISCH-GMÜND. Trotz über 100 000 Onlinestimmen für den Vorschlag: Nach Bud Spencer wird zunächst kein Tunnel in Deutschland benannt. Die Stadt Schwäbisch Gmünd will aber wenigstens ein Freibad mit seinem Namen schmücken.  

Schwäbisch Gmünd (dpa) - Der Traum einer Internet-Fangemeinde ist geplatzt: Der Gemeinderat von Schwäbisch Gmünd hat sich gegen den Vorschlag ausgesprochen, den Tunnel von Deutschlands teuerster Ortsumgehung nach Bud Spencer zu benennen. Die Räte folgten einem Vorschlag von Oberbürgermeister Richard Arnold (CDU) und der Stadtverwaltung, die stattdessen ein Freibad nach dem Schauspieler benennen wollen. Der Tunnel, auf den die Stadt wegen der Dauerbelastung durch die Bundesstraße 29 seit Jahrzehnten leidet, solle lieber einen Namen mit regionalem Bezug bekommen, sagte Arnold.

 

Welchen Namensvorschlag der Gemeinderat nun an den Bund als Bauherrn des Tunnels weiterreicht, blieb zunächst offen. Die Entscheidung hierüber soll nun erst nach der Sommerpause im September fallen, sagte ein Stadtsprecher. Etliche Bud-Spencer-Anhänger kamen mit Fan-T-Shirts zur Ratssitzung und protestierten mit Buh-Rufen gegen den Ratsbeschluss.

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In dem künftigen Bud-Spencer-Bad war der Italiener noch unter seinem bürgerlichen Namen Carlo Pedersoli als Leistungssportler in den 1950er Jahren geschwommen. «Es tut uns sehr gut und ich bin überzeugt, auch ihm wird es sehr gefallen», sagte Richard Arnold (CDU). Er verlas ein Statement Bud Spencers, dass sich dieser sehr darüber freue. Nur sieben von 48 anwesenden Gemeinderäten plädierten dagegen. Bei der ganzen Debatte sei deutlich geworden, «wie berührt Carlo Pedersoli von der Diskussion in Gmünd ist», sagte Arnold.

 

Auch Redner aller Gemeinderatsfraktionen bis auf die Linke vertraten Arnolds Meinung - einige beklagten sich auch über einen wahren «Tsunami» der Internetstimmen. Auch seien eine Facebook-Gruppe mit rund 70 000 Mitgliedern und andere Foren keine basisdemokratische Aktion. Denn die Bürger der Stadt hätten die Gemeinderäte zu ihren Vertretern gewählt, während im Netz auch viele Menschen von außerhalb abgestimmt hätten. dpa