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Beschäftigte im Einzelhandel demonstrieren am 10.07.2017 in Stuttgart mit Fahnen und Transparenten im Vorfeld von Tarifverhandlungen.
Beschäftigte im Einzelhandel demonstrieren am 10.07.2017 in Stuttgart mit Fahnen und Transparenten im Vorfeld von Tarifverhandlungen. © dpa
11.07.2017

Keine Einigung für Einzelhandel - Tarifstreit geht weiter

Stuttgart. Ohne konkretes Ergebnis ist die fünfte Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des Südwest-Einzelhandels zu Ende gegangen. Auch einen neuen Verhandlungstermin vereinbarten die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeber nicht, wie beide Seiten am Dienstag in Stuttgart mitteilten.

Die Gespräche dauerten 14 Stunden lang. Die Arbeitgeber legten ein verbessertes Angebot vor. Sie boten wie zuletzt in Nordrhein-Westfalen und Bayern eine Anhebung der Bezüge in zwei Schritten um 2,0 Prozent sowie 1,8 Prozent an.

«Der entscheidende letzte Schritt hat noch gefehlt», sagte Verdi-Verhandlungsführer Bernhard Franke. Die Gewerkschaft Verdi will kommende Woche die sogenannte Große Tarifkommission einberufen, um das weitere Vorgehen zu beraten. Das Gremium umfasst demnach rund 50 Mitglieder. Seit Wochen gibt es immer wieder Arbeitsniederlegungen in der Branche mit etwa 490 000 Beschäftigten im Südwesten.

Es bestehe «interner Abstimmungsbedarf», hieß es vom Handelsverband. Die Gewerkschaft fordert bislang ein Plus von 6 Prozent für die Beschäftigten in einem einjährigen Tarifvertrag. In den anderen Bezirken sind die Forderungen ähnlich. Zusätzlich setzt sich die Gewerkschaft für eine Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge ein.

Tatsächlich arbeitet im Einzelhandel nur noch etwa jeder dritte Beschäftigte in einem Unternehmen, in dem der Tarifabschluss direkt umgesetzt wird. Für alle anderen gilt ein Verhandlungsergebnis nur als Orientierung. Die Tarifgespräche in der Branche werden regional geführt.