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Tierquäler in der Region

Auch eine groß angelegte Suchaktion der Pforzheimer Polizei brachte keine Hinweise auf einen Stutenschänder, der im Enzkreis sein Unwesen trieb. Die Serie von Freiburger Pferdeschändungen ist bislang ebenfalls ungeklärt geblieben.
Auch eine groß angelegte Suchaktion der Pforzheimer Polizei brachte keine Hinweise auf einen Stutenschänder, der im Enzkreis sein Unwesen trieb. Die Serie von Freiburger Pferdeschändungen ist bislang ebenfalls ungeklärt geblieben. © PZ-news-Archiv
16.01.2013

Keine Spur vom Freiburger Pferdeschänder: Ermittlungen eingestellt

Die Serie von Pferdeschändungen im Raum Freiburg bleibt vorerst ungeklärt - die Ermittlungen seien eingestellt worden, sagte am Mittwoch ein Polizeisprecher. Stutenschändungen haben auch im Sommer im Enzkreis nicht nur bei Pferdebesitzern für Aufregung und Entsetzen gesorgt. Hier wurde eine eigens gegründete Ermittlungsgruppe im September aufgelöst, ohne dass ein Täter gefunden wurde. Immerhin: Es gab keine weiteren Pferdeschändungen mehr.

«Es sind alle Spuren abgearbeitet. Die Ermittlungen haben nicht zu einem möglichen Täter geführt», sagte der Freiburger Polizeisprecher. Der Unbekannte hatte von August bis Mitte Oktober vergangenen Jahres 14 Pferde angegriffen und vorwiegend im Genitalbereich verletzt. Ein Tier wurde so schwer misshandelt, dass es eingeschläfert werden musste.

Auch in Singen (Kreis Konstanz) verletzte ein Unbekannter mehrere Pferde. Die Freiburger Polizei geht aber nicht davon aus, dass es sich um denselben Täter handelt.

Die Freiburger Ermittler waren bis zu 300 Hinweisen nachgegangen. Diese waren aber teils so «dürftig», dass die «Ermittlungsgruppe Koppel», in der zeitweise bis zu zwölf Fahnder arbeiteten, aufgelöst wurde. Der Polizeisprecher betonte: «Wir sind nicht glücklich darüber. Die Sache ruht aber nur.» Sobald es neue Erkenntnisse gebe, würden die Akten wieder geöffnet. Auch sei noch ein Beamter intensiver mit dem Fall befasst.

Unklar ist nach wie vor, ob es sich um einen Täter handelt, oder ob es auch Nachahmungstäter gab. Und auch, warum die grausame Serie im Oktober aufhörte. «Vielleicht ist er tot, vielleicht ist er umgezogen oder der Ermittlungsdruck war zu groß», so der Beamte. Aufgrund der Perversität der Taten schließt die Polizei auch nicht aus, dass sich der Pferdeschänder in Therapie begeben hat.

Der Unbekannte hatte nachts, aber auch am helllichten Tag zugeschlagen oder es versucht. Viele Reitställe in der Region hatten deshalb Stallwachen oder Sicherheitsdienste organisiert.

Auch im Raum Singen wurden vom Frühsommer bis Dezember Pferde verletzt. Die Freiburger Polizei schließt aber wegen der Verletzungen einen Zusammenhang aus. Ein Tier, dem dort im Oktober oberhalb des Sprunggelenks in den Fuß gestochen wurde, musste dem «Schwarzwälder Boten» zufolge zwei Wochen später eingeschläfert werden.

Im Raum Pforzheim darf bei den Pferdequälereien ebenfalls ein sexuelles Motiv vermutet werden. Eine der Stuten war im Genitalbereich so schwer verletzt worden, dass sie eingeschläfert werden musste. Die Pforzheimer Polizei hat mit der eigens gegründeten, sechsköpfigen Ermittlungsgruppe „Koppel“ versucht, einen Täter dingfest zu machen. „Die Kollegen sind fast 80 Spuren nachgegangen“, so Polizeisprecher Frank Otruba. Aber weder das Durchkämmen der Tatorte in Sternenfels, Maulbronn und Keltern durch Beamte der Bereitschaftspolizei noch der Tauchsuchgang in einem nahe der Sternenfelser Koppel gelegenen Teich hat einen entscheidenden Hinweis gebracht. dpa/tok