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Ein Kinderschänder, der kleine Jungen und Mädchen im Verwandtenkreis missbraucht hat, hat sich selbst der Polizei gestellt.
Ein Kinderschänder, der kleine Jungen und Mädchen im Verwandtenkreis missbraucht hat, hat sich selbst der Polizei gestellt. © Symbolbild: www.polizei-beratung.de
18.04.2012

Kindesmissbrauch: Täter zeigt sich selbst an

Karlsruhe. Ein 28 Jahre alter Mann aus der Karlsruher Waldstadt ist in der vergangenen Woche aufgrund eines von der Staatsanwaltschaft Karlsruhe beantragten richterlichen Beschlusses in der geschlossenen Abteilung einer Fachklinik für Psychiatrie untergebracht worden. Der geistig leicht zurückgebliebene Mann hatte sich selbst bei der Polizei gestellt und angegeben, seit 2008 drei Kinder aus dem Bekannten- und Verwandtenkreis sexuell belästigt sowie teilweise auch missbraucht zu haben.

Die umgehend eingeleiteten umfangreichen kriminalpolizeilichen Ermittlungen bestätigten, dass der 28-Jährige Anfang dieses Monats bei Besuchen einer ihm bekannten Familie unbeobachtete Momente dazu genutzt hatte, deren drei Jahre alte Tochter teilweise zu entkleiden, sie unsittlich zu berühren und von dem Kind entsprechende Videoaufnahmen zu fertigen.

Ein Anlass für die Selbstgestellung des Mannes war der Umstand, dass sich das Mädchen den Eltern offenbarte und diese den Verdächtigen mit den Vorwürfen konfrontiert hatten. Zudem wurde der 28-Jährige von Gewissensbissen getragen und hatte Angst, weitere Straftaten zu begehen.

Der Beschuldigte, dem sofort fachärztliche Hilfe zuteil wurde, gab auch zu Protokoll, im Jahr 2008 beziehungsweise im Januar 2012 zwei zu den Tatzeiten acht beziehungsweise drei Jahre alte Buben aus dem Verwandtenkreis sexuell belästigt zu haben. Der ältere der Jungen leidet wohl aufgrund des ihm vor vier Jahren Angetanen bis heute unter erheblichen seelischen Störungen.

Zudem stießen die Ermittler auf dem Handy des 28-Jährigen beziehungsweise auf einem bei der Durchsuchung seiner Wohnung sichergestellten Datenträger neben den von ihm selbst gefertigten Aufnahmen auch auf umfangreiches kinderpornografisches Material, so dass sich der Mann nun auch wegen Besitzes und Verschaffen von Kinderpornografie verantworten muss.

Die bislang nicht zur Anzeige gebrachten Selbstbeschuldigungen des 28-Jährigen wurden durch die kriminalpolizeilichen Ermittlungen und Befragungen inzwischen allesamt untermauert; weitere Taten werden ihm derzeit nicht zur Last gelegt. pol

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