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15.10.2012

Kita-Mitarbeiter in Freiburg vergreift sich an Kindern

Freiburg. In einer städtischen Kindertageseinrichtung in Freiburg hat sich ein Mitarbeiter an mindestens vier Kindern vergangen. Die sexuellen Übergriffe filmte er mit einer Videokamera, teilten Polizei und Stadtverwaltung am Montag mit. Diese hatte er in der Kita in einem Aktenordner versteckt.

Der 45-Jährige sei seit Bekanntwerden der Vorwürfe nicht mehr in der Einrichtung eingesetzt. Er arbeitete seit zwei Jahren dort. Ans Licht kamen seine Taten durch Zufall. Ein Unbeteiligter hatte die Filme auf dem Computer des Mannes entdeckt, als er ihn reparieren sollte. Er informierte die Polizei.

Diese fand auf dem Computer insgesamt 220 entsprechende Filme, die der Mann gedreht hatte. Rund die Hälfte davon sei in der Kita entstanden, hieß es. Drei davon seien strafrechtlich relevant. Der Verdächtige habe gestanden, Haftbefehl sei gegen ihn nicht erlassen worden. Er sei auf freiem Fuß, da keine Flucht- oder akute Wiederholungsgefahr bestehe. Ins Internet gestellt habe er die Filme nicht, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Nach Angaben der Stadtverwaltung arbeitete der Mann zunächst als Küchenhilfe in der Kindertagesstätte, seit einem Jahr war er als sogenannter Bürgerarbeiter in der Holzwerkstatt der Einrichtung tätig. Dort installierte er die Kamera, dort kam es zu den Übergriffen. In einem Fall habe er sich zu Hause an einem Kind vergangen. Opfer seien Mädchen im Alter von vier und fünf Jahren.

Zusätzlich zu den Filmen seien rund zwei Millionen Bilder auf dem Computer des Mannes entdeckt worden. Deren Herkunft müsse noch ermittelt werden, sagte ein Polizeisprecher.

Es habe keinerlei Verdacht gegeben, sagte Freiburgs Schulbürgermeisterin Gerda Stuchlik (Grüne). Zu Beginn seiner Tätigkeit sei der Mann wie gesetzlich vorgeschrieben überprüft worden. «Es gab keinerlei Beanstandungen im Führungszeugnis.»

Die Stadt werde nun die Regeln für Bürgerarbeiter in den insgesamt 19 städtischen Kindertagesstätten verschärfen, sagte Stuchlik. Keiner von ihnen dürfe mehr für die direkte Arbeit mit Kindern eingesetzt werden. Zudem werde ein Konzept entwickelt, wie Übergriffe in Zukunft verhindern werden können.

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