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Teddys, Blumen und Kerzen sind in Aldingen (Landkreis Tuttlingen) vor dem Mehrfamilienhaus, in dem ein fast zweijähriges Kleinkind gestorben ist, zu sehen. Rund vier Wochen nach dem Toddes verwahrlosten Kleinkindes prüft die Staatsanwaltschaft Rottweil Vorwürfe gegen das zuständige Jugendamt. 
Teddys, Blumen und Kerzen sind in Aldingen (Landkreis Tuttlingen) vor dem Mehrfamilienhaus, in dem ein fast zweijähriges Kleinkind gestorben ist, zu sehen. Rund vier Wochen nach dem Toddes verwahrlosten Kleinkindes prüft die Staatsanwaltschaft Rottweil Vorwürfe gegen das zuständige Jugendamt.  © dpa
26.06.2012

Kleinkind gestorben: Ermittler prüfen Vorwürfe gegen Jugendamt

Rund vier Wochen nach dem Tod eines verwahrlosten Kleinkindes in Aldingen (Kreis Tuttlingen) prüft die Staatsanwaltschaft Rottweil Vorwürfe gegen das zuständige Jugendamt. Es werde untersucht, ob sich Mitarbeiter der Behörde strafbar gemacht haben, sagte ein Sprecher am Montag. Das knapp zwei Jahre alte Mädchen war Ende Mai an einem Herz-Kreislaufversagen infolge von Unterernährung und Flüssigkeitsmangel gestorben. Es war mit seinen fast drei und neun Jahre alten Brüdern am Pfingstwochenende stundenlang alleingelassen worden.

Nach dem Tod des Mädchens hatte unter anderem ein früherer Freund der Familie dem Tuttlinger Jugendamt Nachlässigkeit vorgeworfen. Gegenüber der «Schwäbischen Zeitung» sagte er, er sei im Jahr 2010 bei vier Besuchen von Mitarbeitern des Jugendamtes bei der Familie gewesen. In keinem Fall habe der Beamte die Kinder in Augenschein genommen, sondern sich vor der Haustür mit der Mutter unterhalten. Der Tuttlinger Landrat Stefan Bär widersprach dieser Darstellung. «Der sehr erfahrene Mitarbeiter» habe die Kinder persönlich getroffen.

Die Mutter der Kinder sitzt derzeit in Untersuchungshaft, ihr wird Totschlag durch Unterlassen vorgeworfen. Die 24-Jährige sei in der vergangenen Woche vernommen worden, sagte der Sprecher. Details dazu nannte er nicht. Die beiden Brüder des Mädchens sind momentan in Pflegefamilien untergebracht. «Es geht ihnen gut, sie werden auch entsprechend psychologisch betreut», sagte ein Polizeisprecher. dpa