nach oben
Justizbeamte, die mutmaßlich Drogen schmuggeln und womöglich auch Nazi-Bilder tauschen - vergangenes Jahr sorgt das Gefängnis Heilbronn für skandalöse Schlagzeilen. Nun steht ein Hauptbeschuldigter vor Gericht.
Justizbeamte, die mutmaßlich Drogen schmuggeln und womöglich auch Nazi-Bilder tauschen - vergangenes Jahr sorgt das Gefängnis Heilbronn für skandalöse Schlagzeilen. Nun steht ein Hauptbeschuldigter vor Gericht. © dpa
08.02.2019

Knastschmuggel im großen Stil - Prozess gegen Justizbeamte beginnt

Heilbronn. Weil er Drogen und andere verbotene Gegenstände ins Heilbronner Gefängnis geschmuggelt haben soll, muss sich ein Justizbeamter nun vor Gericht verantworten. Er soll dafür Bestechungsgelder in Höhe von mindestens 3150 Euro kassiert haben.

Es ist nur ein Prozess im "Komplex Knastschmuggel", wie ihn die Staatsanwaltschaft nennt - mehrere Bedienstete, Gefangene, deren Angehörige und weitere Komplizen sollen darin verwickelt gewesen sein. Im Laufe der Ermittlungen habe sich die Zahl der Beschuldigten auf rund 90 erhöht - die Verfahren seien überwiegend noch nicht abgeschlossen, betonte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Zuvor hatte der SWR darüber berichtet.

Gegen drei Mitarbeiter beantragte die Staatsanwaltschaft Strafbefehle, ein weiterer wurde bereits angeklagt, gegen einen wurde eine Geldstrafe verhängt. Ein Verfahren ist noch anhängig. Der ab Freitag Angeklagte gilt als Haupttäter. Der Beamte wird unter anderem wegen Bestechlichkeit vor dem Landgericht Heilbronn angeklagt.

Kommende Woche startet dort ein Prozess gegen fünf weitere Männer, die mutmaßlich zum Teil mit dem Justizbeamten zusammengearbeitet haben sollen. Drei von ihnen waren im Zeitraum der vorgeworfenen Taten - von Januar 2016 bis Juli 2018 - in Heilbronn inhaftiert.

Neun Bedienstete stehen zudem unter Verdacht, Hakenkreuz-Bilder und Porträts von Adolf Hitler ausgetauscht zu haben. Im Zuge der kriminellen Machenschaften musste im Oktober 2018 der Gefängnisleiter seinen Posten räumen.