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Zu körperlichen Angriffen kam es am Donnerstag und Freitag in zwei Flüchtlingsunterkünften zwischen Bewohnern.
Zu körperlichen Angriffen kam es am Donnerstag und Freitag in zwei Flüchtlingsunterkünften zwischen Bewohnern. © DPA-Symbolbild
08.01.2016

Körperliche Angriffe in Flüchtlingsunterkünften

Remseck/Sindelfingen. Sowohl in Remseck (Kreis Ludwigsburg) als auch in Sindelfingen (Kreis Böblingen) kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern von Flüchtlingsunterkünften.

Wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt die Polizei in Remseck gegen einen 37-jährigen Algerier, der in alkoholisiertem Zustand am Donnerstagabend in einer Gemeinschaftsunterkunft in der Neckarkanalstraße einen 33-jährigen Landsmann verletzt hat.

Ein Anwohner der Neckarkanalstraße hatte gegen 22:40 Uhr die Polizei verständigt und einen Randalierer in dem Haus gemeldet. Bei Eintreffen der ersten Streifenbesatzung des Polizeireviers Kornwestheim schlug der Tatverdächtige vor der Unterkunft mit der abgebrochenen Rückenlehne eines Stuhls auf den 33-Jährigen ein. Nur mit Mühe konnte er von einer weiteren Fortsetzung der Tat abgehalten und schließlich zu Boden gebracht und gefesselt werden.

Der 33-Jährige, der erhebliche Kopfverletzungen erlitten hatte, wurde nach Erstversorgung vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Bei der anschließenden Überprüfung in der Unterkunft fanden die Beamten das von den beiden Männern gemeinsam bewohnte Zimmer völlig verwüstet vor und entdeckten mehrere Blutspuren.

Der bereits mehrmals einschlägig in Erscheinung getretene Tatverdächtige wurde vorläufig festgenommen und zunächst in die Hafteinrichtung des Polizeireviers Kornwestheim gebracht. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde er am Freitag wieder auf freien Fuß gesetzt und zunächst in einer anderen Unterkunft untergebracht. Der genaue Tathergang sowie der Grund für die Auseinandersetzung stehen derzeit noch nicht fest. Die polizeilichen Ermittlungen dauern an. 

In Sindelfingen gipfelte ein zunächst verbal verlaufender Streit zwischen einer 27-jährigen Zuwanderin und einem 36 Jahre alten Asylsuchenden in einer Sammelunterkunft in der Böblinger Straße am frühen Freitagmorgen mit einer Bedrohung. Mutmaßlich gerieten die Beiden gegen 02.30 Uhr aufgrund zu lauter Musik aneinander.

Nachdem die 27-Jährige ihren Kontrahenten im Laufe der Auseinandersetzung bespuckte, begab sich dieser in seinen Wohnbereich, nahm ein kleineres Küchenmesser und baute sich damit drohend vor der Frau auf. Sofort griffen die Mitarbeiter des anwesenden Sicherheitsdienstes ein, nahmen dem 36-Jährigen das Messer ab und alarmierten die Polizei.

Als die insgesamt vier Streifenwagenbesatzungen kurz darauf eintrafen, hatte sich die Situation in der Unterkunft wieder beruhigt. Das Messer wurde beschlagnahmt. Der 36 Jahre alte Mann, der, wie die 27-Jährige auch, aus Mazedonien stammt, muss nun mit einer Anzeige wegen Bedrohung rechnen.