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Ein Karlsruher Polizeiboot wurde im Rhein nach einem Unfall im Nebel versenkt.
Ein Karlsruher Polizeiboot wurde im Rhein nach einem Unfall im Nebel versenkt. © dpa
29.11.2011

Kollision im Nebel: Polizeischiff wird U-Boot

Karlsruhe. Auf dem Rhein bei Karlsruhe ist am Montagabend bei starkem Nebel ein Polizeiboot mit einem Tankmotorschiff kollidiert und in der Folge gesunken. Ob eine Bergung des Bootes noch am Dienstag erfolgen kann, ist zur Zeit nicht absehbar. Am Unfallort ist ein Begegnungs- und Überholverbot für die Schifffahrt eingerichtet.

Das schwere Streifenboot der Wasserschutzpolizei-Station Karlsruhe war um 18.40 Uhr auf dem Rhein flussabwärts unterwegs. Kurz vor dem Rheinstrandbad Rappenwört kam es bei wenig Sicht zu einer Kollision mit dem flussaufwärts fahrenden Tankmotorschiff. Dabei wurde die Schiffshülle des Polizeibootes beschädigt, was einen starken Wassereinbruch zur Folge hatte.

Das manövrierunfähige Polizeiboot trieb nach der Kollision auf dem Rhein talwärts. Der Besatzung eines entgegenkommenden Tankschubverbandes gelang es, das havarierte Polizeiboot längsseits zu nehmen und die drei köpfige Besatzung des Streifenbootes unverletzt in Sicherheit zu bringen. Um das zu diesem Zeitpunkt bereits zu einem großen Teil untergegangene Polizeiboot vor dem vollständigen Sinken zu bewahren, wurde das Heck des Bootes mit Tauen an dem Schubverband befestigt.

Die Schifffahrt auf dem Rhein musste in der Folge für mehrere Stunden gesperrt werden. Zudem war aus dem havarierten Polizeiboot eine noch unbekannte Menge Dieselöl ausgelaufen.

Noch in der Nacht gelang es der Polizei unter Federführung des Leiters der Wasserschutzpolizei-Station Karlsruhe und dem Wasser- und Schifffahrtsamt, das havarierte Streifenboot mit Unterstützung des Schubverbandes auf ein Buhnenfeld zu drücken und dort provisorisch abzulegen. Weitere Bergungsmaßnahmen sind derzeit in Vorbereitung. Hierzu ist es erforderlich, dass ein Bergekran vom Hafen Speyer zur Unfallstelle verlegt wird. Dies ist auf Grund des starken Nebels derzeit aber nicht möglich.

Das an der Kollision beteiligte Tankmotorschiff verblieb zunächst in der Nähe der Unfallstelle, setzte danach seine Fahrt auf polizeiliche Weisung aber bis zur Schleuse Iffezheim fort. Dort machte das Schiff für eine Begutachtung eines möglichen Schadens vorübergehend fest.

Die Ermittlungen zur Unfallursache hat aus Neutralitätsgründen die Wasserschutzpolizei-Station Germersheim übernommen. Aussagen zur Schadenshöhe sind erst möglich, wenn das Polizeiboot geborgen und in einer Werft begutachtet worden ist. pol