nach oben
Marode Straßen oder in die Jahre gekommene Sporthallen: Um ihre Infrastruktur auf Vordermann zu bringen müssen Kommunen im Südwesten erstmals seit Jahren wieder Kredite aufnehmen. Das liegt auch an geringeren Steuereinnahmen.
Kommunen im Land nehmen wieder Kredite auf © dpa
28.01.2015

Kommunen im Land nehmen wieder Kredite auf

Stuttgart. Die Kommunen im Südwesten müssen erstmals seit Jahren wieder Kredite aufnehmen, um marode Infrastruktur auf Vordermann zu bringen. Schwimmbäder, Rathäuser, Sporthallen und Schulen aus den 1970er Jahren müssten saniert werden, sagte die Finanzexpertin des Städtetags, Stefanie Hinz, der Deutschen Presse-Agentur. «Die sind über 40 Jahre alt und einfach fällig.» Der Gemeindetag bestätigte den Trend. Gründe seien eine Abschwächung beim Zuwachs der Steuereinnahmen und ein gestiegener Investitionsbedarf bei kommunalen Aufgaben. «Wir gehen davon aus, dass 2015 wieder mehr Kredite aufgenommen werden, als das 2014 der Fall war», sagte der Finanzexperte des Gemeindetags Willi Schmid.

Viele Städte und Gemeinden legen in diesen Wochen ihren Haushalt fest. Insbesondere bei den Schulen müssen den neuen pädagogischen Anforderungen Rechnung getragen werden. So brauche eine wachsende Zahl von Ganztagsschulen Räume für Stillarbeit und Bewegung sowie Mensen, sagte Hinz. Auch auf den Schülerzuwachs an den Realschulen sowie den Start der flächendeckenden Integration behinderter Schüler an allgemeinen Schulen müsse mit baulichen Maßnahmen reagiert werden.

Zudem müssten viele Schulen mit Multimedia nachgerüstet werden. «Da kommen pro Kommune relativ schnell zweistellige Millionenbeträge zusammen», so Hinz.

Land und Kommunalverbände streiten sich derzeit um die Kostenaufteilung für die Inklusion. Dabei handelt es sich zunächst um 40 Millionen Euro für Schulassistenten, bauliche Veränderungen und Schülerbeförderung. Auch sei noch nicht in allen Städten und Gemeinden der Bedarf an Krippenplätzen gedeckt, sagten Hinz und Schmid. Kitas müssten neu gebaut oder erweitert werden.