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Der katholische Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, hat eine Tagung über Sexualität und Kirche in der Akademie des Bistums wegen heftiger Proteste konservativer Kreise abgesagt.
Der katholische Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, hat eine Tagung über Sexualität und Kirche in der Akademie des Bistums wegen heftiger Proteste konservativer Kreise abgesagt. © dpa
18.06.2011

Konservative Proteste: Bischof stoppt Sex-Tagung

FRANKFURT/ROTTENBURG. Der katholische Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, hat eine Tagung über Sexualität und Kirche in der Akademie des Bistums wegen heftiger Proteste konservativer Kreise abgesagt. Der Bischof befürchte, dass die Veranstaltung innerhalb der Kirche zu «Polarisierungen» führe, bestätigte Bistumssprecher Uwe Renz einen Bericht der «Frankfurter Rundschau».

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Der Bischoff wollte nicht, dass sich das Klima noch weiter verschlechtere. Gegen die Tagung haben vor allem Vertreter der konservativen Strömung in der katholischen Kirche protestiert, weil sie sich bei der Veranstaltung als nicht ausreichend repräsentiert sahen.

Die Studientagung von Katholischer Akademie, Katholischer Erwachsenenbildung und mehreren Fachbereichen der Dözese Rottenburg-Stuttgart stand unter dem Titel «Let's think about Sex» und war für den Oktober geplant. Dabei sollten Theologen und Sexualwissenschaftler über das Verhältnis von katholischer Sexualmoral und offener Gesellschaft sowie auch über den Missbrauchsskandal diskutieren.

Die Tübinger Theologin und Philosophin Regina Ammicht Quinn, die als Referentin teilnehmen sollte, hält die Absage laut Zeitung für einen «Skandal». Die Tagung sei seit einem Jahr geplant und der Bischof eng einbezogen gewesen. Akademie-Direktorin Verena Wodtke-Werner und die anderen Organisatoren bedauerten die Entscheidung des Bischofs. Wodtke-Werner bestätigte, dass Fürst informiert war, und erklärte, die Akademie habe sich um Ausgewogenheit bemüht. dpa

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