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Konzernchef Villis "sehr überrascht" vom EnBW-Deal.
Konzernchef Villis «sehr überrascht» von EnBW-Deal © dpa
27.06.2012

Konzernchef Villis «sehr überrascht» von EnBW-Deal

Pforzheim (dpa/lsw) - Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hat EnBW-Chef Peter Villis Ende 2010 mit dem umstrittenen Rückkauf der Anteile am Karlsruher Energiekonzern überrumpelt. Vom Deal habe er erst in der Nacht auf den 6. Dezember erfahren, sagte Villis am Mittwoch in Pforzheim beim CDU-Wirtschaftsrat.

Wie die «Pforzheimer Zeitung» (Donnerstag) weiter berichtet, habe Mappus bei Villis um 0.01 Uhr angerufen und ihm mitgeteilt, dass das Land 45 Prozent der Anteile vom französischen Energieversorger EDF zurückkaufen werde. Er sei «sehr überrascht» gewesen, sagte Villis laut Zeitung. «Normal wäre, dass der Vorstandsvorsitzende vorher Kenntnis bekommt.»

Auch das Verhalten der grün-roten Landesregierung sieht der scheidende EnBW-Chef kritisch. «Wenn Sie einen Eigentümer haben, der Sie eigentlich gar nicht will, ist das ein Problem.» Grün-Rot hat bei der internationalen Handelskammer in Paris eine Klage eingereicht, nach der die Landesregierung die Übernahme der EnBW-Anteile wieder rückgängig machen will, wenn EDF ihr nicht einen Teil des Kaufpreises von 4,7 Milliarden Euro zurückerstattet.

Villis verteidigte nach Angaben des Blatts den vom Land bezahlten Preis von 41,50 Euro pro Aktie: «Das war für mich fair und angemessen.» Über die Verfassung der EnBW-Angestellten im Zuge der Diskussion über das Geschäft sagte er: «Die Mitarbeiter haben Angst.»

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