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Die Planungen für den vieldiskutierten Nationalpark im Nordschwarzwald nehmen konkretere Züge an.
Die Planungen für den vieldiskutierten Nationalpark im Nordschwarzwald nehmen konkretere Züge an. © dpa
01.06.2013

Kosten und konkrete Lage für Nationalpark zeichnen sich ab

Stuttgart. Die Planungen für den vieldiskutierten Nationalpark im Nordschwarzwald nehmen konkretere Züge an: Naturschutzminister Alexander Bonde (Grüne) rechnet mit Mehrkosten im Landeshaushalt zwischen 5,9 und 6,7 Millionen Euro im Jahr. Hinzu kommen einmalige Investitionskosten für Gebäude von insgesamt 23 Millionen Euro. Das geht aus einer Vorlage seines Ministeriums hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt und über die zuerst der «Mannheimer Morgen» (Samstag) berichtete. Am Dienstag will Bonde dem Kabinett einen Vorschlag für die konkrete Lage des Parks machen.

Dem Vernehmen nach hat sich der Minister für eine kompakte, eng beieinander liegende Fläche entschieden. Insider gehen davon aus, dass Bonde für einen Nationalpark aus den Teilgebieten Ruhestein (Ortenaukreis und Kreis Freudenstadt) und Hoher Ochsenkopf (Kreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden) plädieren wird. Das weiter entfernte und daher aufwendig zu bewirtschaftende Gebiet Kaltenbronn (Kreis Calw) wäre demnach nicht Bestandteil des Nationalparks.

Nach den Plänen der Landesregierung soll im Nordschwarzwald der erste Nationalpark Baden-Württembergs überhaupt entstehen - und zwar auf einer Fläche von rund 10 000 Hektar. Näher betrachtet wurde ein «Suchraum» von insgesamt 17 000 Hektar in drei Teilgebieten.

Wie aus der Kabinettsvorlage hervorgeht, rechnet das Land im Jahr 2014 mit strukturellen Ausgaben in Höhe von 9,2 Millionen Euro bei einer gleichzeitigen Gegenfinanzierung von 3,3 Millionen Euro - etwa durch den Verkauf von Holz aus dem Nationalparkgebiet. Unterm Strich bliebe dann für 2014 ein Mehrbedarf von 5,9 Millionen Euro. Bonde rechnet dabei mit 59 neuen Stellen. Weitere 33 bereits vorhandene Stellen vor allem von Waldarbeitern und Forstpersonal sollen ebenfalls dem Park zugutekommen. Für die Jahre 2016 und 2017 werden unterm Strich - also nach dem Abzug von Gegenfinanzierungen - jährliche Mehrkosten von 6 und 6,7 Millionen Euro veranschlagt.

Hinzu kommen einmalige Investitionskosten für Gebäude, wie es in der Kabinettsvorlage heißt. In den Jahren 2015 und 2016 könnten Ausgaben für ein zentrales Besucher- und Informationszentrum mit insgesamt 18 Millionen Euro zu Buche schlagen. Für ein Verwaltungsgebäude werden fünf Millionen Euro - voraussichtlich im Haushaltsjahr 2015 - veranschlagt. Die Landesregierung will dabei auch prüfen, ob Fördermittel der EU oder Bundeszuschüsse einen Teil der Kosten auffangen können. Die Vorlage befindet sich noch in der Ressortabstimmung und soll im Juni ins Kabinett kommen.

Der Nationalpark ist umstritten. Sieben Orte in der Region hatten ihre Bürger befragt - eine Mehrheit sprach sich gegen das Projekt aus. Rückenwind bekam die Landesregierung allerdings Mitte Mai in eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Südwestrundfunks und der «Stuttgarter Zeitung» unter mehr als tausend Wahlberechtigten. Darin sprechen sich 51 Prozent für einen solchen Park aus. Die grün-rote Landesregierung ist fest entschlossen, das Projekt umzusetzen. Sie stützt sich dabei auf ein Gutachten. Letztlich muss der Landtag über das Naturschutzprojekt entscheiden.

Stuttgart (dpa/lsw) - Die Planungen für den vieldiskutierten Nationalpark im Nordschwarzwald nehmen konkretere Züge an: Naturschutzminister Alexander Bonde (Grüne) rechnet mit Mehrkosten im Landeshaushalt zwischen 5,9 und 6,7 Millionen Euro im Jahr. Hinzu kommen einmalige Investitionskosten für Gebäude von insgesamt 23 Millionen Euro. Das geht aus einer Vorlage seines Ministeriums hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt und über die zuerst der «Mannheimer Morgen» (Samstag) berichtete. Am Dienstag will Bonde dem Kabinett einen Vorschlag für die konkrete Lage des Parks machen.

   Dem Vernehmen nach hat sich der Minister für eine kompakte, eng beieinander liegende Fläche entschieden. Insider gehen davon aus, dass Bonde für einen Nationalpark aus den Teilgebieten Ruhestein (Ortenaukreis und Kreis Freudenstadt) und Hoher Ochsenkopf (Kreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden) plädieren wird. Das weiter entfernte und daher aufwendig zu bewirtschaftende Gebiet Kaltenbronn (Kreis Calw) wäre demnach nicht Bestandteil des Nationalparks.

   Nach den Plänen der Landesregierung soll im Nordschwarzwald der erste Nationalpark Baden-Württembergs überhaupt entstehen - und zwar auf einer Fläche von rund 10 000 Hektar. Näher betrachtet wurde ein «Suchraum» von insgesamt 17 000 Hektar in drei Teilgebieten.

   Wie aus der Kabinettsvorlage hervorgeht, rechnet das Land im Jahr 2014 mit strukturellen Ausgaben in Höhe von 9,2 Millionen Euro bei einer gleichzeitigen Gegenfinanzierung von 3,3 Millionen Euro - etwa durch den Verkauf von Holz aus dem Nationalparkgebiet. Unterm Strich bliebe dann für 2014 ein Mehrbedarf von 5,9 Millionen Euro. Bonde rechnet dabei mit 59 neuen Stellen. Weitere 33 bereits vorhandene Stellen vor allem von Waldarbeitern und Forstpersonal sollen ebenfalls dem Park zugutekommen. Für die Jahre 2016 und 2017 werden unterm Strich - also nach dem Abzug von Gegenfinanzierungen - jährliche Mehrkosten von 6 und 6,7 Millionen Euro veranschlagt.

   Hinzu kommen einmalige Investitionskosten für Gebäude, wie es in der Kabinettsvorlage heißt. In den Jahren 2015 und 2016 könnten Ausgaben für ein zentrales Besucher- und Informationszentrum mit insgesamt 18 Millionen Euro zu Buche schlagen. Für ein Verwaltungsgebäude werden fünf Millionen Euro - voraussichtlich im Haushaltsjahr 2015 - veranschlagt. Die Landesregierung will dabei auch prüfen, ob Fördermittel der EU oder Bundeszuschüsse einen Teil der Kosten auffangen können. Die Vorlage befindet sich noch in der Ressortabstimmung und soll im Juni ins Kabinett kommen.

   Der Nationalpark ist umstritten. Sieben Orte in der Region hatten ihre Bürger befragt - eine Mehrheit sprach sich gegen das Projekt aus. Rückenwind bekam die Landesregierung allerdings Mitte Mai in eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Südwestrundfunks und der «Stuttgarter Zeitung» unter mehr als tausend Wahlberechtigten. Darin sprechen sich 51 Prozent für einen solchen Park aus. Die grün-rote Landesregierung ist fest entschlossen, das Projekt umzusetzen. Sie stützt sich dabei auf ein Gutachten. Letztlich muss der Landtag über das Naturschutzprojekt entscheiden.