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Die Spitzenkandidaten der Parteien (von links): Bernd Riexinger (Die Linke), Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Guido Wolf (CDU), Hans-Ulrich Rülke (FDP), Nils Schmid (SPD) und Jörg Meuthen (AfD) trafen drei Tage vor der Landtagswahl die sechs Spitzenkandidaten in einer SWR-Fernsehrunde aufeinander.
Die Spitzenkandidaten der Parteien (von links): Bernd Riexinger (Die Linke), Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Guido Wolf (CDU), Hans-Ulrich Rülke (FDP), Nils Schmid (SPD) und Jörg Meuthen (AfD) trafen drei Tage vor der Landtagswahl die sechs Spitzenkandidaten in einer SWR-Fernsehrunde aufeinander. © dpa
10.03.2016

Kretschmann bei SWR-Elefantenrunde: "Es herrscht Ordnung bei uns"

Stuttgart. Sechs Spitzenkandidaten, zwei Moderatoren, 90 Minuten: Drei Tage vor der Landtagswahl haben die Vertreter der sechs großen Parteien in der SWR-«Elefantenrunde» am Donnerstagabend das letzte Mal miteinander gestritten. Vor allem die Flüchtlingspolitik erregte wieder die Gemüter. Inhaltliche Überraschungen gab es nicht. Die Sendung dürfte nach Ansicht des Kommunikationswissenschaftlers Frank Brettschneider aber vor allem für die Wähler von Bedeutung sein, die in ihrer Wahlentscheidung noch unentschieden sind.

Ursprünglich hatten sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und sein Vize Nils Schmid (SPD) geweigert, sich mit einem Vertreter der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) an einen Tisch zu setzen. Später änderten sie aber ihre Meinung und fassten das Ziel, die AfD in der Debatte zu «entzaubern». Wie schwer dies ist, zeigte sich nach zwei Runden der sechs Spitzenkandidaten bei der «Stuttgarter Zeitung» und den «Stuttgarter Nachrichten» auch am Donnerstagabend im SWR.

Zwar hatte der AfD-Vertreter und Spitzenkandidat Jörg Meuthen in den ersten 35 Minuten einen schweren Stand. Es ging um die Flüchtlingspolitik. Kretschmann, Schmid und auch CDU-Herausforderer Guido Wolf verteidigten die Bemühungen, auf europäischer Ebene eine Lösung zu finden, während Meuthen eine europäische Lösung nicht für ausreichend hielt. Er bestritt, dass sich die AfD jemals für einen Schießbefehl an der deutschen Grenze ausgesprochen habe - entsprechende Interviewäußerungen von AfD-Bundeschefin Frauke Petry ließ er nicht gelten. Mit Einspielern zeigte der SWR dann aber, welche zweifelhaften Charaktere möglicherweise mit der AfD in den Landtag einziehen werden.

Die Moderatoren Stephanie Haiber und Clemens Bratzler hatten zeitweise Mühe, die emotionale Debatte der sechs Politiker in geordnete Bahnen zu lenken. Beim Thema Polizeireform etwa wurde munter durcheinandergeredet - gegenseitig warfen sich die Spitzenkandidaten lautstark vor, die Unwahrheit zu sagen. Bei der Verkehrspolitik entwickelte sich ein Zwist zwischen Ministerpräsident Kretschmann und seinem Herausforderer Wolf.

Während Kretschmann oft angegangen wurde, souverän reagierte, aber selten in die Offensive ging, zeigte sich Wolf relativ angriffslustig. Allerdings bissen sich die Moderatoren beim CDU-Mann die Zähne aus, als es um Koalitionen nach der Wahl ging. In den bisherigen Umfragen liegen die Grünen vor der CDU. In einem Interview zuvor hatte Wolf Grün-Schwarz unter einem Ministerpräsidenten Kretschmann eine Absage erteilt. Doch so klar äußerte sich Wolf am Donnerstag nicht. «Die CDU kämpft bis zum Wahltag dafür, dass nichts gegen sie geht. Über Koalitionen reden wir am Tag nach der Wahl.»

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