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09.05.2015

Kretschmann stellt sich erneut hinter das Gymnasium

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich erneut hinter das Gymnasium als eigenständige Schulart gestellt. «Die Abschaffung des Gymnasiums wird es mit mir nicht geben», bekräftigte der Regierungschef am Samstag in Karlsruhe auf der Mitgliederversammlung der Grünen Jugend Baden-Württemberg. Es werde erstmal alles bleiben wie es ist.

Kretschmann sprach sich zwar für Gemeinschaftsschulen aus. Kein Gymnasium werde jedoch dazu gezwungen, zur Gemeinschaftsschule zu werden. Es stehe den Schulen frei, sich dafür oder dagegen zu entscheiden.

Zuletzt hatte das Zukunftspapier «Gymnasium 2020» für Unstimmigkeiten zwischen Kretschmann und den grün-roten Regierungsfraktionen gesorgt. Deren Bildungspolitiker im Landtag hatten die Vorschläge eines vom Kultusministerium eingesetzten Arbeitskreises abgelehnt. Die Opposition aus CDU und FDP kritisierte das Papier ebenfalls heftig und sieht darin eine Schwächung des Gymnasiums. Die FDP-Fraktion hatte die Vorschläge als Weg in die Einheitsschule und «Kriegserklärung» an das Gymnasium gewertet. Kretschmanns Bekenntnis zum dieser Schulform sei lediglich parteipolitisches Kalkül.

Der Regierungschef stand bei der Karlsruher Veranstaltung dem grünen Parteinachwuchs Rede und Antwort. Themen waren unter anderem die Bildungs- und Asylpolitik. Mit dem Treffen bereitet sich die Grünen-Nachwuchsorganisation auf die Landtagswahl im März nächsten Jahres vor. Die Jungen Grünen haben etwa 700 Mitglieder in Baden-Württemberg. Zu der Versammlung, die am Sonntag endet, waren nach Angaben einer Sprecherin knapp 70 Mitglieder gekommen.