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Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will im Falle einer Wahlniederlage seine politische Karriere beenden.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will im Falle einer Wahlniederlage seine politische Karriere beenden.
01.08.2015

Kretschmann will politische Karriere bei Wahlniederlage beenden

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) macht seine berufliche Zukunft von der Landtagswahl im März abhängig. «Wenn ich die Wahl verliere, höre ich mit der Politik auf», sagte der 67-Jährige dem Magazin «Der Spiegel» (Samstag).

Für die Grünen im Land ist das kein Grund zur Sorge, ihnen könnte das Zugpferd im anlaufenden Wahlkampf abhandenkommen. Und auch die anderen Parteien geben sich gelassen.

Der erste grüne Regierungschef in Deutschland genießt hohe Beliebtheitswerte. Bei einer Umfrage von Infratest dimap für SWR und «Stuttgarter Zeitung» im März gaben 72 Prozent der Befragten an, mit Kretschmanns Arbeit zufrieden zu sein. Grün-Rot und Schwarz-Gelb lagen bei der Sonntagsfrage mit je 43 Prozent der Stimmen gleichauf.

Grüne und SPD hatten 2011 die CDU nach fast 60 Jahren an der Regierung abgelöst. Derzeit machen Kretschmann vor allem steigende Flüchtlingszahlen und die damit verbundenen Probleme zu schaffen.

«Die Menschen schätzen den verlässlichen und bürgernahen Politikstil ihres Ministerpräsidenten», sagte Grünen-Landeschef Oliver Hildenbrand am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. «Wir wollen, dass Winfried Kretschmann unser Ministerpräsident bleibt.» Die Chancen für eine Fortsetzung von Grün-Rot seien sehr gut. Auch ein SPD-Sprecher bekräftigte die Wunschkoalition der Sozialdemokraten. Die Ankündigung Kretschmanns kommentierte er nicht.

CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf war zunächst nicht zu erreichen. Und FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke sagte, die Aussage des Regierungschefs überrasche ihn angesichts dessen Alters nicht. «Ich rechne auch nicht damit, dass er noch eine gesamte zweite Legislaturperiode durchhält, sollte er die Wahl gewinnen», so der liberale Spitzenkandidat. «Das deutet er vielleicht damit auch an.»