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Die grün-rote baden-württembergische Landesregierung will bis 2020 etwa zehn Prozent des Stroms aus Windkraft gewinnen - bisher liegt der Anteil unter einem Prozent.
Die grün-rote baden-württembergische Landesregierung will bis 2020 etwa zehn Prozent des Stroms aus Windkraft gewinnen - bisher liegt der Anteil unter einem Prozent. © dpa
26.02.2013

Kritik an Landräte: Windkraft-Ausbau geht nur schleppend voran

Stuttgart. Baden-Württembergs SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel hat den Landräten eine Blockade des Ausbaus der Windkraft vorgeworfen. Die ganz überwiegende Zahl der Landräte kassierten die meisten Vorschläge für Bauzonen wieder ein.

«Investoren werden reihenweise gequält von den unteren Naturschutzbehörden in den Landratsämtern», sagte Schmiedel am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. «Wenn das so weiter geht, werden wir weniger Windräder bauen als zu Erwin Teufels Zeiten», warnte der SPD-Politiker. Die Regierung müsse eine klare Ansage machen.

Naturschutzminister Alexander Bonde (Grüne) unterstützte den SPD-Fraktionschef: «Ich teile die Kritik von Claus Schmiedel, dass das bislang zu wenig angegangen wird», sagte Bonde der dpa. In Baden-Württemberg sei bereits heute der Bau von Windrädern auf rund 30 Prozent der Landesflächen mit windhöffigen Bereichen ohne jede Einschränkung möglich. Er sei seit Wochen mit den unteren Verwaltungsbehörden im intensiven Gespräch. Er werde die Behörden nun noch einmal schriftlich auffordern, «vor Ort verstärkt von diesen rechtlichen Möglichkeiten Gebrauch zu machen».

Der Landkreistag wies die Blockade-Vorwürfe zurück. «Wir müssen uns an Recht und Gesetz halten bei der Beurteilung von Standorten für Windräder», sagte Verbandssprecher Jan-Ole Langemack. Die im Windenergieerlass der Landesregierung verankerten Belange des Naturschutzes, des Verkehrs und des Baurechts würden geprüft, erläuterte Langemack. «Wenn man den Naturschutz nicht berücksichtigt, beschweren sich die Grünen.»