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Gleich drei kleine Krokodile sollen in den Kirchheimer Bürgerseen schwimmen. Gefunden wurde bislang aber noch keines. 

Krokodil-Alarm im Kirchheimer Badesee - Areal abgesperrt

Kirchheim unter Teck. Gleich drei kleine Krokodile will eine Spaziergängerin in einem Kirchheimer See entdeckt haben. Daraufhin hat die Stadt im Landkreis Esslingen am Mittwochvormittag die Bürgerseen gesperrt, wie ein Sprecher am selben Tag sagte. Polizeibeamte hatten bereits am Dienstagabend und am Mittwochmorgen erfolglos nach den Tieren gesucht.

Per Telefon hatte sich die Frau am späten Dienstagabend bei der Polizei gemeldet und gesagt, drei der Reptilien im unteren Bürgersee gesehen zu haben. Die Sperrung aller drei Bürgerseen werde voraussichtlich bis Montag bestehen, hieß es von der Stadt. Gerade bei dem Wetter sei das natürlich schade. Einer der Seen ist ein Badesee. Man trage allerdings die Verantwortung für die Sicherheit der Bürger.

Die Stadt habe keine genauen Information zu der möglichen Gefahr, die im Fall der Fälle von den Tieren ausgehe. Auch wenn es sich um kleine Exemplare handeln soll, seien es Raubtiere. «Das ist für uns Neuland», sagte ein Sprecher. Auf Anraten einer Reptilienexpertin des Stuttgarter Zoos war für Mittwochabend eine weitere Suchaktion zusammen mit dem örtlichen Anglerverein geplant. Sollten tatsächlich Krokodile in dem See sein, seien diese höchstwahrscheinlich ausgesetzt worden.

Bereits im Juni des vergangenen Jahres hatten vermeintliche Krokodilsichtungen einen Polizeieinsatz in Nagold ausgelöst - damals hatte sich das Reptil als Stofftier entpuppt. Zu dem Hinweis vom Dienstag sagte ein Sprecher der Polizei Reutlingen: «Wir nehmen jede Meldung ernst.»

Verendetes Krokodil treibt in Pforzheim auf der Nagold

Selbst in Pforzheim wurde schon ein Krokodil gesichtet, allerdings war dies nicht sehr lebendig. Ein 47-jähriges Mitglied des Pforzheimer Angelvereins hat 2013 beobachtet, wie etwas Langes, Weißliches auf der Nagold dahin trieb. Der Zeuge befand sich rund 200 Meter oberhalb des Dillweißensteiner Ludwigplatzes an der Nagold. Es soll ein etwa 60 Zentimeter langes Krokodil gewesen sein. Da es auf dem Rücken schwamm und seinen hellen Bauch zeigte, dürfte es wohl verendet sein. Als es der Zeuge sah und dann auch gleich mit seiner Handykamera fotografierte, befand sich das Tier im flachen Wasser. Bis zum Eintreffen der Polizei war das Krokodil bereits durch die Strömung abgetrieben worden. Trotz intensiver Suche konnte das Tier nicht aufgefunden werden.

Plastikkrokos zwischen NRW und Bayern                                      

Ein Plastikkrokodil hat 2018 in Werne (Nordrhein-Westfalen) einen Polizeieinsatz ausgelöst. Eine Frau hatte per Telefon mitgeteilt, sie habe ein etwa ein Meter langes Krokodil in einem Teich entdeckt, teilte die Polizei Unna mit. Daraufhin machte sich ein Streifenwagen auf den Weg zu dem Teich. Sie entdeckten dort im Wasser tatsächlich den Kopf des Reptils. „Nach vorsichtiger Annäherung und genauer Überprüfung entpuppte sich Schnappi als eine Kunststoffattrappe“, hieß es in der Mitteilung. Der private Teich sei schon seit ungefähr drei Jahren das Jagdrevier des Plastik-Tieres.

Für Unruhe hat die Sichtung eines vermeintlichen Krokodils im bayerischen Eglfing gesorgt. Am Mittwoch ging ein aufgeregter Anruf bei der Polizei ein, dass in einem Weiher ein Krokodilkopf aus dem Wasser schauen würde. Eine anrückende Streife bestätigte zunächst die kuriose Entdeckung. Wie sich jedoch wenig später herausstellte, handelte es sich um eine täuschend echt aussehende Attrappe, wie die Polizei am Donnerstag bestätigte.

Ein Anwohner war sich so sicher, dass er kurzerhand ins Wasser sprang, um seine Vermutung zu prüfen. Tatsächlich stellte er fest, dass an dem Kopf eine Stange montiert war, die den Kopf täuschend echt auf dem Wasser treiben ließ. Für den Krokodilkopf hat es sich nun ausgeschwommen - er liegt als Fundgegenstand bei der Polizei.

Wally, der Wels und Sammy, der Kaiman – die Sommerlochtiere

Sie heißen Sammy, Skippy oder Bruno und ihr Schicksal bewegt die ganze Nation - mitunter wochenlang. 2018 bewegte Walli, der angeblich riesige Problemwels, die Gemüter. Er soll in einem Teich in Offenbach erst anderen Fischen und dann Küken den Garaus gemacht haben. Doch bei einer Suche fand ein Fischer nur einen kleinen Fisch. Hier andere tierische Stars aus dem Sommerloch:

FLECKI, der Hund: Muss Tierliebe schön sein! Tagelang harren die Besitzer des schwarzen Mischlingsrüden mit den weißen Flecken auf einem Autobahnrastplatz bei Ulm aus - 2015 büxt er dort bei einer Gassipause aus. Eine Frau findet Flecki dann in ihrem Garten.

SKIPPY, das Känguru: Das exotische Beuteltier hüpft im Sommer 2015 kreuz und quer durchs Sauerland - bis es schließlich von einem Weidezaun am Diemelsee in Nordhessen gestoppt wird. Bei einer Züchterfamilie findet Skippy schließlich ein neues Zuhause.

LOTTI, die Schildkröte: Die monatelange Suche bleibt vergeblich - hat Lotti überhaupt existiert? Aber wer hat den kleinen Jungen an einem Allgäuer Badesee 2013 denn dann in die Ferse gebissen? Das Rätsel um die vermeintliche Alligator-Schildkröte ist bis heute ungelöst.

BODO, der Ochse: Das Rindvieh aus dem Norden Thüringens will von seinesgleichen nichts wissen - und trottet 2012 lieber mit einer Herde Ziegen über die Weide. Gar nicht so ungewöhnlich, meinen Experten: Denn «Waise» Bodo war mit der Flasche aufgezogen worden und zusammen mit Ziegen aufgewachsen.

YVONNE, die Kuh: Ihre Flucht vor dem Schlachter macht sie 2011 zum internationalen Medienstar. Das Rind türmt in den oberbayerischen Wald und widersetzt sich allen Fangversuchen monatelang. Erst nach einem Schuss aus dem Betäubungsgewehr kann Yvonne auf einen Tiergnadenhof gebracht werden.

PETRA, der Schwan: Was für ein schräger Vogel! Auf dem Aasee in Münster erregt eine schwarze Schwanenlady 2006 mit einer ganz besonderen Lovestory Aufsehen. Petras Auserwählter: ein Tretboot in Schwanengestalt, dem sie wochenlang nicht von der Seite weicht. Ein Happy End gibt's dann aber doch noch: In einer Pflegestation findet Petra schließlich einen Partner, der besser zu ihr passt.

BRUNO, der Bär: Zugewandert aus Tirol, stapft er 2006 durch die bayerischen Wälder - bis ihm sein Appetit auf Schafe zum Verhängnis wird. Um sie zu erbeuten, kommt er Siedlungen zu nahe - und wird zum Abschuss freigegeben. Tierschützer laufen Sturm, das Schicksal des Braunbären schafft es bis in die «New York Times».

HUGO, der Wels: Zwar hat niemand gesehen, wie der Räuber aus einem gefluteten Steinbruch bei Kamenz in Sachsen einen Dackel in die Tiefe gerissen haben soll. Dennoch verunglimpft man ihn als «Killerwels»: Ein Angler zieht den 1,60 Meter langen Fisch 2005 an Land, und Hugo steht ein letztes Mal im Fokus: als Mahlzeit auf einer Party am See.

KUNO, noch ein Wels: Auch er soll einen arglos am Ufer schnüffelnden Welpen verschlungen haben - in einem Weiher in Mönchengladbach 2001. Ob Fakt oder Fiktion, wird nie geklärt. Monate später treibt ein riesiger Wels tot auf dem Wasser. Er landet ausgestopft im Museum. Ob es wirklich Kuno ist? Wer weiß.

SAMMY, der Kaiman: Es ist das Sommer-Spektakel des Jahres 1994, und Sammy wird zu Deutschlands damals wohl populärstem Reptil. Der Brillenkaiman taucht bei einem Badeausflug mit seinem Besitzer in der Nähe von Düsseldorf ab, der Baggersee ist darauf tagelang gesperrt. Endlich wird das ausgehungerte Tier gefangen - und landet im Zoo.

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