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Der eine geht, der andere kommt. Vielleicht. Stefan Mappus (links) hat den Posten des CDU-Landeschefs zurückgegeben, Peter Hauk will ihn haben.
Der eine geht, der andere kommt. Vielleicht. Stefan Mappus (links) hat den Posten des CDU-Landeschefs zurückgegeben, Peter Hauk will ihn haben. © dpa
05.04.2011

Kür des Mappus-Nachfolgers könnte später kommen

STUTTGART. Die baden-württembergische CDU-Fraktion will die Kür des Nachfolgers von CDU-Landeschef Stefan Mappus (links, mit dem potenziellen Nachfolger Peter Hauk) verschieben. Die klare Mehrheit der Abgeordneten habe sich dafür ausgesprochen, den für den 7. Mai geplanten Wahl-Parteitag zu vertagen, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. Man wolle der Parteibasis mehr Zeit zur Diskussion geben. Strobl sagte der dpa, die CDU-Führung wolle die Basiskonferenz am 20. April abwarten. "Danach entscheiden wir, ob wir an dem 7. Mai festhalten oder nochmal verschieben."

Nach den Bezirksverbänden Südbaden und Nordwürttemberg sprach sich nach dpa-Informationen jüngst auch die Mehrheit des Vorstands der CDU Nordbaden dafür aus, dass sich die Partei nach der historischen Niederlage bei der Landtagswahl mehr Zeit lassen müsse bei der Suche nach einem neuen Vorsitzenden.

Der Bezirkschef von Württemberg-Hohenzollern, Andreas Schockenhoff, will die Entscheidung den Orts- und Kreisvorsitzenden überlassen, die sich am 20. April zu einer Konferenz treffen. «Da wird die Basis gehört. Davon muss man das abhängig machen», sagte der Bundestagsabgeordnete der dpa.

Um den Parteitag nach hinten zu verlegen, müsste der CDU-Landesvorstand den Beschluss vom 28. März rückgängig machen. Am Tag nach dem Debakel bei der Landtagswahl hatte sich das Führungsgremium auf Vorschlag von Mappus auf eine rasche Kür des Vorsitzenden geeinigt.

Der Chef der CDU Südbaden Stächele sprach sich erneut für eine Doppelspitze und eine Urwahl aus. Eigene Ambitionen auf den Vorsitz hat er nach eigenen Worten nicht. «Ich bin Bezirksvorsitzender von Südbaden und will das auch bleiben.»

Der Vorsitzende der CDU Nordwürttemberg und scheidende Europaminister, Wolfgang Reinhart sagte der dpa: «Man sollte jetzt nichts übers Knie brechen.» Auch die Junge Union und der Sozialflügel hatten eine Verschiebung des Parteitags gefordert.

Bisher hat nur Generalsekretär Thomas Strobl sein Interesse an dem Posten angemeldet. Fraktionschef Hauk schließt eine Kandidatur nicht aus, sollte sich die Partei dies wünschen. Stächele sagte zu Strobls Bewerbung: «Der hat das Zeug dazu.» In der Partei gebe aber viele Stimmen, die eine Mitgliederbefragung wünschten.

Die Fraktion beschloss, am kommenden Dienstag ihren geschäftsführenden Vorstand zu wählen und ihren Kandidaten für das Amt des Landtagspräsidenten zu nominieren. Als Interessenten gelten Stächele und der scheidende Innenminister Heribert Rech.