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09.02.2009

Kundgebung im „Hunde-Streit“ - Rentner wieder auf freiem Fuß?

LOSSBURG. In der Affäre um einen beschlagnahmten bissigen Hund sind am Montag mehrere hundert Menschen in Loßburg im Schwarzwald für ihren bedrohten Bürgermeister auf die Straße gegangen. Sie forderten auf einer Kundgebung unter anderem ein härteres Vorgehen der Polizei gegen den Besitzer des Hundes, der am vergangenen Freitag festgenommen worden war.

Der 66-Jährige, der Bürgermeister Thilo Schreiber und dessen Familie nach der Beschlagnahmung seines aggressiven Hundes wiederholt gedroht hatte, soll aber nach dpa-Informationen inzwischen wieder auf freiem Fuß sein. Die Polizei machte dazu am Montag auf Nachfrage keine Angaben. Nach Aussage des stellvertretenden Loßburger Bürgermeisters Manfred Hauser soll eine Anordnung des Richters den Ausschlag für die Freilassung gegeben haben.
Schreiber hatte nach den Drohungen zunächst Frau und Tochter in Sicherheit gebracht. Er selbst ist aufgrund der Drohungen seit Ende Januar krankgeschrieben. „Der Marktplatz war gespickt voll“, sagte Hauser auf Anfrage. An der Kundgebung nahmen nach seinen Schätzungen rund 1000 Menschen teil. Hauser forderte in seiner Rede unter anderem, es müssten gegen den Hundehalter „alle rechtlichen Mittel“ ausgschöpft werden, vor allem zum Schutz des Rathauschefs. „Es kann nicht sein, dass es Morddrohungen gegen einen Bürgermeister gibt, ohne dass das geahndet wird“, sagte Hauser.
Der Rentner war am vergangenen Freitag von einem Sondereinsatzkommando der Polizei festgenommen worden. Der Bürgermeister hatte den Hund des Mannes beschlagnahmen lassen, nachdem das Tier eine Frau gebissen hatte und auf ein Kind losgegangen war. dpa