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© Symbolbild dpa
08.02.2016

Kurdenmarsch nach Straßburg beginnt mit Festnahmen und Sitzblockade

Stuttgart. Knapp 200 Kurden und ihre Unterstützer sind am Montag zu einem Marsch von Stuttgart nach Straßburg aufgebrochen, um dem Jahrestag der Verhaftung von PKK-Chef Abdullah Öcalan zu gedenken. Schon im Stadtteil Bad Cannstatt kam es zu einer Auseinandersetzung, Festnahmen und einer Sitzblockade, wie das Polizeipräsidium Einsatz in Göppingen mitteilte, das den Zug begleitet.

Ein türkischer Passant, der einen speziellen Gruß der ultra-nationalistischen Grauen Wölfe aus der Türkei gezeigt hat, wurde von mehreren Demo-Teilnehmern angegriffen. Er erlitt Prellungen. Zwei Demo-Teilnehmer wurden festgenommen. Mit einer Sitzblockade wollten die übrigen Demonstranten die Freilassung der Festgenommenen erzwingen. Der Polizeisprecher kündigte an, dass die Angreifer von der Demo ausgeschlossen werden. Bezüglich weiterer Auseinandersetzungen auf dem Weg nach Straßburg sagte der Polizeisprecher: «Wir sind vorbereitet.»

Veranstalter des Zuges ist das Demokratische kurdische Gesellschaftszentrum Stuttgart. In Straßburg ist am 13. Februar die Abschlusskundgebung geplant. Am 15. Februar 1999 hatten türkische Sicherheitskräfte Öcalan festgenommen. Die verbotene Untergrundorganisation Kurdische Arbeiterpartei (PKK) kämpft für einen Kurdenstaat. Die Folgen des Konflikts in der Türkei beschäftigen zunehmend die Polizei im Südwesten. Laut dem Innenministerium gab es seit vergangenen Sommer rund 100 Veranstaltungen, Mahnwachen und Demonstrationen.

Der Kurdenmarsch soll in sechs Tagesetappen über Ludwigsburg, Pforzheim, Karlsruhe und Rastatt in Straßburg enden.