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Nicht immer hat die Polizei mit Verbrechern und Krimenellen zu tun. Hin und wieder gibt es im Dienst der Beamten auch etwas zum Schmunzeln. PZ-news zeigt kuriose Polizeieinsätze aus dem Jahr 2015.
Nicht immer hat die Polizei mit Verbrechern und Krimenellen zu tun. Hin und wieder gibt es im Dienst der Beamten auch etwas zum Schmunzeln. PZ-news zeigt kuriose Polizeieinsätze aus dem Jahr 2015. © Symbolbild Seibel
15.12.2015

Kuriose Polizeieinsätze: Vom Elefantenmist bis zum BH-Rätsel

Bei allem Ernst - das Jahr 2015 hatte auch kuriose Vorfälle parat. Rehe und Wildscheine lieferten Geschichten zum Schmunzeln. Die Polizei suchte aber auch nach Barbie-Dieben und wollte dem Geheimnis von verteilter Damenunterwäsche auf die Spur kommen.

Rabiat haben sich im Jahr 2015 Stiere, Wildscheine und auch ein Schaf gezeigt. Kurios war auch mancher Polizeieinsatz, wenn etwa Kunden beim Einkaufen oder auch Einbrecher auf Abwege kamen.

Tierische Auszeit

Einfach zu heiß ist es im Sommer 2015 offenbar auch Waldbewohnern geworden: Ein junges Reh hat sich mit einem Sprung in den Swimmingpool eines Gartens in Ingelfingen (Hohenlohekreis) Erfrischung verschafft. Nach dem Badespaß gönnte sich das Tier laut Polizei gleich noch ein Sonnenbad auf der Terrasse. Verblüfft beobachtete der Pool-Besitzer das vergnügte Kitz durch das Fenster seines Hauses. Die Polizisten einigten sich mit dem Hausbesitzer, dem Reh die «Auszeit» zu gewähren.

Ein Falke auf dem Balkon hat einem Mann in Hockenheim (Rhein-Neckar-Kreis) im Juli einen heftigen Schrecken eingejagt.
Weil sich der Greifvogel nicht vertreiben ließ, rief der Bewohner in seiner Not die Polizei. Die Polizei erkundigte sich dann bei einem Tierexperten, der empfahl, den Greifvogel die Nacht auf dem Balkon verbringen zu lassen. Der Falke habe sich wohl nur kurzfristig einen Ruheplatz gesucht, vermutete der Fachmann - und behielt Recht.

Überraschende Entdeckungen

Eine vermeintliche Giftspinne hat Mitarbeitern eines Supermarktes in Emmendingen einen großen Schrecken eingejagt, hat sich dann aber als harmlos entpuppt. Das acht Zentimeter lange Tier versteckte sich in einer Bananenkiste und ähnelte der hochgiftigen Brasilianischen Wanderspinne - auch bekannt als Bananenspinne aus der Gattung der Phoneutria («Mörderin»). Einem Mitarbeiter des Ladens war es gelungen, das Tier in einer Kiste einzufangen und mit Hilfe der Feuerwehr der Polizei zu übergeben. Die Spinne kam wieder auf freien Fuß.

Ein Paket mit Elefantenmist hat auf dem Polizeirevier in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) für Aufsehen gesorgt. Die stinkende Sendung wurde einer Frau per Post zugestellt. Unter dem Paketpapier befanden sich eine Geschenkpackung mit Schleife und ein Zettel mit dem Hinweis auf eine «unangenehme Überraschung». Daraufhin ging die Frau zur Polizei, die das Paket öffnete. Wie die Ermittler mitteilten, war die Lieferung anonym auf einer tschechischen Internetseite bestellt worden: Ein Prager Zoomitarbeiter verschickt auf Wunsch Elefantendung. Vermutet wird, dass es sich um einen schlechten Scherz eines Bekannten der Frau handelte.

Wildgeworden

Ein Wildschwein hat in Kirchzarten (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) im August zahlreiche Anwohner erschreckt und ist durch eine geschlossene Haustür in eine Wohnung gesprungen. Nach Angaben der Polizei rannte das Tier «wie von Sinnen» durch den Ort und durchbrach die doppelverglaste Tür. Dabei verletzte es sich, verließ das Haus wieder und lief orientierungslos davon. Das Motiv? Möglicherweise sah es im Vorbeiwetzen im Spiegelbild der Glastür einen Konkurrenten, spekulierte die Polizei.

Ein randalierendes Schaf hat in Gengenbach (Ortenaukreis) nahezu alles gerammt, was im Weg stand. Ob Mülltonnen oder ein massives Scheunentor - das Tier rannte wie von Sinnen durch die Stadt und donnerte mit seinem Kopf gegen Hindernisse. Polizisten scheiterten zunächst damit, das Schaf zu besänftigen oder gar einzufangen. Schließlich gelang es ihnen «nur unter Mühen und mit dem Abschleppseil des Streifenwagens», wie die Beamten in einer Pressemitteilung schrieben.

Ringkampf um die letzte Küchenmaschine beim
Discounter: Eine Frau in Gernsbach (Kreis Rastatt) fand das Sonderangebot für einen Mixer offenbar so attraktiv, dass sie sich dafür einen Schaukampf zwischen Gemüseregal und Tiefkühltruhe lieferte. Die 64-Jährige habe ihre Konkurrentin, die den Karton bereits in ihren Händen hielt, regelrecht niedergerungen, berichtete die Polizei. Die Frau sei zur Kasse geeilt, habe ihr Beutestück bezahlt und sei davongebraust.

Gerettet

Feuerwehrleute haben in Plochingen (Kreis Esslingen) einen Hund mit dem Besen eines Schornsteinfegers aus einem Abflussrohr befreit. Das Tier namens Teddy hatte sich beim Spielen mit Artgenossen auf einem Feldweg in dem Abwasserkanal versteckt und konnte sich nicht mehr befreien. Erfolglos versuchte die Halterin, den Hund aus dem Rohr zu ziehen. Rettungskräften gelang es, Teddy mit dem Besen aus dem Rohr zu schieben, das von beiden Seiten zugänglich war.

Auf der Flucht vor der Polizei ist ein «stattlich gebauter» Einbrecher in einem Kamin stecken geblieben. Zur Bergung des Mannes, der sich bei der Aktion verletzt hatte, mussten die Einsatzkräfte eine Reinigungsöffnung aufbrechen. Das Ganze zog sich über zwei Stunden hin, bevor der Verletzte in ein Krankenhaus kam. Abgesehen davon, dass die Beamten ziemlich lange gebunden waren, hätten sie sicher auch was zu Lachen gehabt, hatte die Polizei berichtet.

Rätselhaft

Der Fund von 31 BHs und 5 Damenslips hat der Polizei viele Rätsel aufgegeben - vom Dessous-Verteiler gibt es nach wie vor keine Spur. Die Beamten hatten im Sommer die gebrauchten, aber gewaschenen Wäschestücke am Rand einer Kreisstraße in Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) entdeckt. Für die Ordnungshüter war dieser Vorfall jedoch kein Novum: «Das zieht sich jetzt schon seit zwei Jahren hin», hatte ein Polizeisprecher gesagt. Es handele sich wohl um jemanden, der die Dessous aus irgendeinem Grund zur Schau stellen will.

Mit rund 200 Barbies hat sich ein Einbrecher in Konstanz aus dem Staub gemacht. Die bestohlene Familie zeigte sich fassungslos. Die Eltern hatten für ihre Tochter Aida im Laufe der Zeit etwa 400 Puppen gekauft. Als das Kind das Interesse an dem Spielzeug verloren habe, sei ein Teil auf dem Speicher des Mehrfamilienhauses gelandet. Den Wert der Plastikpuppen schätzte die Polizei auf mehrere Tausend Euro. Ein Trost blieb: Der Einbrecher erwischte nur die Hälfte der Konstanzer Sammlung.