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31.12.2012

Kurioses 2012: Stinkbomben und radioaktive Zahncreme

Stuttgart/Enzkreis. Wenn Türen plötzlich zuklappen, Tiere eigene Wege gehen und das Leben mal wieder anders spielt als erwartet, dann wird selbst der graue Alltag bunt. «Lecker» ist das allerdings nicht immer. Einige der skurilsten Geschichten spielten in der Region, wie die Stinkbombe aus luftiger Höhe, die radioaktive Zahncreme und der Bordellbesuch, den zwei 14-Jährige mit dem Goldschmuck der Mutter bezahlten.

Stinkende Brocken aus luftiger Höhe

«Ekelpakete» fallen zu Jahresbeginn regelrecht vom Himmel. Die stinkenden, blaugrünen Eisbrocken landen mal in Fellbach bei Stuttgart und mal in Niefern (Enzkreis). Die bis zu 40 mal 40 Zentimeter großen Stücke, von denen eines ein Dachziegel durchschlägt, entpuppen sich als gefrorene Flugzeug-Fäkalien. Gebildet haben sich diese durch ein undichtes Ventil an der Außenwand des Fliegers - und sind dann abgefallen.

Radioaktive Zahncreme im Garten

Knochen? Stöckchen? Von wegen. Eine Tube «Radioaktive Zahncreme Dormad» legt ein Hund Ende Juni beim Buddeln im Garten in Bilfingen (Enzkreis) frei. Was zunächst wie ein Scherz wirkt, entpuppt sich als erstaunliche Wahrheit: Eine Berliner Firma hat bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs eine Zahncreme mit radioaktivem Radium versetzt, um die ionisierende Wirkung zu verstärken. Nicht übermittelt ist, ob das Werbeversprechen «strahlend weiße Zähne» lautete.

Mehr als 20 Rinder - wo auch immer

Mehr als 20 junge Rinder gönnen sich 2012 eine satte Auszeit. Im Mai machen sie sich in Schluchsee (Breisgau-Hochschwarzwald) ohne Passierschein von ihrer Weide auf und davon. Einige von ihnen halten die Verfolger mehr als drei Monate lang zum Narren. Die Polizei verhängt Tempolimits zur Sicherheit der Autofahrer. Ende August gelingt es schließlich, auch die letzten drei widerspenstigen Rindviecher dingfest zu machen.

Ein bisschen Dracula im Wohnzimmer

Wie im Vampir-Film dürfte sich ein 29-Jähriger Mitte August gefühlt haben. In einer Nacht flattern gleich 20 Fledermäuse durch Wohnzimmer, Bad, Küche und Flur seiner Karlsruher Wohnung. Sie sind durch ein offenes Fenster in die Räume gekommen. Ein Mitarbeiter des Staatlichen Museums für Naturkunde fängt die Flattermänner ein und entlässt sie wieder in die Freiheit.

Beflügelter Hirsch im Höllental

Ein Geweihträger auf Pegasus' Spuren? Ende Mai verpassen Unbekannte dem Hirsch vom Höllental Flügel und einen bunten Anstrich. Das kupferne Tier ist seit 1907 das Wahrzeichen des Höllentals. Es steht an der engsten Stelle der B31 bei Buchenbach und erinnert an einen echten Hirschen, der laut Sage im Mittelalter über den Abgrund gesprungen sein soll. Inzwischen sind die Flügel wieder fort - ob einfach abgefallen oder gar geraubt ist unklar.

Engste Gasse der Welt in Gefahr

Die «engste Gasse der Welt» ist in Gefahr. Weil ein Haus am Gässchen baufällig ist, droht eine Seite der 31 Zentimeter breiten Spreuerhofstraße wegzubrechen. Das wäre ein schwerer Schlag für die Reutlinger, denn das Mini-Sträßlein beschert ihnen einen Superlativ, der 2007 sogar von Guinness-Rekordwächtern bestätigt wurde. Die Stadt sucht von Sommer 2012 an verstärkt nach Lösungen.

Mit dem Po am Freibad-Gitter

Wegen seines Hinterns geht das illegale nächtliche Bad eines 16-Jährigen Ende August gründlich in die Hose. Der Knabe bleibt mit dem Po am Eingangstor des Stuttgarter Freibads hängen, als er Kopf voran unter der Absperrung durchrobben will. Die langen Metallzacken am Tor versperren ihm den Rückweg und halten ihn so lange fest, bis er die Polizei zur Hilfe ruft und diese ihn befreit.

Splitterfasernackt in Mannheim

Und plötzlich ist die Tür zu. «So wie Gott ihn schuf» steht ein 40-Jähriger in Mannheim im Freien und muss die Polizei zur Hilfe holen. Schuld an dem hochnotpeinlichen Auftritt im August ist ein Streit mit seiner Freundin. Diese macht sich wutentbrannt mit dem Schlüssel aus dem Staub. Er eilt ihr nackt hinterher - und findet sich dann vor verschlossener Tür wieder.

Gefangener Dieb im Auto

Ein junger Autodieb macht es der Polizei im Februar denkbar leicht. Beim Versuch, das Auto zu klauen, sperrt sich der 19-Jährige in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) kurzerhand selbst ein. Nachdem er durch den Kofferraum in den Wagen geklettert ist, schließt sich die Klappe. Sie und die Türen lassen sich nicht von innen öffnen. Dank seines Notrufs hat die Polizei gleich auch seine Handynummer.

Vermeintlicher Mord im Waschsalon

Alptraum zwischen Waschmaschinen: Eine Frau wird Anfang des Jahres Zeugin eines vermeintliches Mordes. Sie hört einen Schuss und sieht eine Leiche auf dem Boden eines Waschsalons in Nürtingen (Kreis Esslingen) liegen. Polizisten gehen der Sache auf den Grund und stellen fest: Alles nur Theater! Eine Laienspielgruppe hat für ihr neues Stück geprobt. Der Schuss löste sich versehentlich aus der Schreckschusspistole.

Mit Mamas Goldschmuck ins Bordell

Den Goldschmuck seiner Mutter investiert ein 14-Jähriger in zwei Bordellbesuche für sich und seinen Kumpel. 300 Euro hat der Knabe aus Walzbachtal (Kreis Karlsruhe) im Oktober bei einem Goldankauf für den Schmuck im Wert von 2000 bis 3000 Euro bekommen. Die Polizei vermutet einen «Überschwang der Hormone» als Triebfeder, und schrieb: «So war bei der Vernehmung der Diebe ob des Erlebten immer noch ein beglücktes Lächeln auf deren Gesichtern zu lesen.»

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