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Die Staatsanwaltschaft Stuttgart erhebt wegen Bilanzfälschung Anklage gegen fünf ehemalige und zwei amtierende Vorstände der größten deutschen Landesbank LBBW.
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart erhebt wegen Bilanzfälschung Anklage gegen fünf ehemalige und zwei amtierende Vorstände der größten deutschen Landesbank LBBW. © dpa
28.11.2012

LBBW-Bankvorstände wegen Bilanzfälschung angeklagt

Zwei amtierende und fünf ehemalige Vorstände aus Deutschlands größter Landesbank LBBW müssen mit einem Strafprozess wegen Bilanzfälschung rechnen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart erhob vor dem Landgericht Stuttgart Anklage gegen die fünf Männer.

Die Fälschungsvorwürfe lauten auf «Unrichtige Darstellung» sowie «Verletzung der Berichtspflicht» und können drei Jahre Gefängnis oder Geldstrafen nach sich ziehen. Der Verdacht der Untreue habe sich dagegen nicht erhärtet. Es geht der Mitteilung zufolge um Geschäftsabschlüsse der Jahre 2005, 2006 und 2008.

Die Anklage richtet sich zudem auch gegen zwei Mitarbeiter des Geldhauses und gegen PricewaterhouseCoopers (PwC), Deutschlands größte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Deren Bilanzexperten bescheinigten in der Vergangenheit als Kontrollinstanz - so wie es bei großen Unternehmen vorgeschrieben ist - die Korrektheit der LBBW-Geschäftsberichte. Darin wähnt die Staatsanwaltschaft Fehler.

Nach ihrer Überzeugung sind Teile der Dokumente über das finanzielle Innenleben des Kredithauses frisiert. Es geht dabei um Risiken, die sich aus dem Geschäftsleben der Bank ergeben könnten.

Baden-Württembergs Landesbank LBBW wird von drei Eignern getragen: Dem Land selber, der Stadt Stuttgart und dem baden-württembergischen Sparkassenverband. Das Kreditinstitut wurde im Strudel der Finanzkrise mit Milliardenbeträgen über Wasser gehalten. Im Gegenzug für diese öffentlichen Hilfen verordnete die EU der LBBW eine Schrumpfkur. Damit soll sie sich auf das risikoärmere Kundengeschäft konzentrieren und die Gefahr des heiklen Investmentbankings meiden.