nach oben
Die Schauspieler (von links) Wolfgang Hepp als Hermann Faller, Peter Schell als Karl Faller, Christiane Brammer als Bea Faller und Lisbeth Felder als Lioba Weber posieren während der Dreharbeiten für die SWR-Serie "Die Fallers" in Furtwangen im Schwarzwald. © dpa
22.11.2012

Länger als «Die Fallers» läuft nur die «Lindenstraße»

Furtwangen. Nur die «Lindenstraße» gibt es länger. «Die Fallers» aus dem Schwarzwald ist die zweitälteste wöchentliche Serie im deutschen Fernsehen. Ein Ende ist nicht in Sicht. Nun kommt Folge 750.

Bildergalerie: "Die Fallers" feiern 750. Folge

Zum Jubiläum sollen sich die Tiere wohlfühlen. «Kuhkomfort» ist der Titel der 750. Folge der Fernsehserie «Die Fallers». Sie erzählt Geschichten vom Bauernhof, von Mensch und Tier im Schwarzwald. Die Serie des Südwestrundfunks (SWR) läuft schon seit mehr als 18 Jahren. Episode 750 kommt an diesem Sonntag (25. November), 19.15 Uhr, auf den Bildschirm. Sie bringt die fiktive Fernsehfamilie auf dem «Fallerhof» in Feierlaune.

Nach der «Lindenstraße» in der ARD ist die Serie im SWR Fernsehen die älteste wöchentliche Serie im deutschen Fernsehen. Die erste Folge von «Die Fallers - Eine Schwarzwaldfamilie» wurde am 25. September 1994 ausgestrahlt, rund neun Jahre nach dem Sendestart der «Lindenstraße». Seither gibt es jährlich 40 neue Folgen, jedes Jahr werden rund 2000 Seiten Drehbuch verfilmt.

Die Serie läuft jeden Sonntag um 19.15 Uhr im SWR Fernsehen. Im Schnitt schalten nach Angaben des Senders pro Folge mehr als eine Million Zuschauer ein. Erzählt wird jeden Sonntag 30 Minuten lang vom Leben einer Schwarzwälder Landwirtsfamilie in der Gegenwart. Ein Bauernhof in idyllischer Lage, der im Original bei Furtwangen im Hochschwarzwald steht, dient als Kulisse.

«Wir sind eine Familie wie jede andere auch», sagt Hauptdarstellerin Ursula Cantieni (64). Sie hat die Rolle der Bauersfrau Johanna Faller. Heile Welt wird nicht transportiert. Es geht auch um Streit, um Alltagssorgen, um Wirrungen und Verwicklungen. Und um familiäre Konflikte und Intrigen. «Wie im richtigen Leben», sagt Cantieni. «Wie in jeder anderen Familie auch.»

Das ist das Erfolgsrezept der Serie, meint die Redakteurin und Drehbuchautorin Bettina Bauer-Wörner. «Die Fallers sind, im Gegensatz zu anderen Fernsehfiguren, nicht abgehoben. Sie sind bodenständig.» Das Konzept ähnelt der «Lindenstraße». Doch während diese in der Großstadt spielt, leben die Fallers auf dem Land. Mit dem Schwarzwald bringt die Serie schöne Bilder sowie Heimatgefühl auf den Bildschirm und damit in die Wohnzimmer des Publikums.

«Die Institution Familie ist für viele Menschen ein Sehnsuchtsort», sagt Bauer-Wörner. Die Zuschauer identifizierten sich mit der Familie aus dem Fernsehen. «Wir haben ein sehr treues und engagiertes Publikum.» Zu spüren ist das unter anderem an einer Flut von Zuschriften und an seit Jahren stabilen Einschaltquoten.

«Es ist schön und motivierend zu sehen, wie Zuschauer am Leben und Leiden der Fallers teilhaben», sagt Redaktionsassistentin Regina Carle. Sie bearbeitet die Zuschauerpost, die körbeweise in die Redaktion nach Baden-Baden kommt. «Es gibt viele Fans, die sind schon von Anfang an dabei», sagt Carle. «Sie sind mit den Fallers groß oder alt geworden, habe ähnliche Sorgen oder Freuden. Für sie sind die Fallers gute Freunde.» Die Anteilnahme ist groß.

Manche Zuschauer schicken den Fallers Selbstgebackenes oder auch mal selbst gemachte Marmelade. Und die TV-Familie antwortet in persönlichen Briefen. «Der enge Kontakt zwischen den Fallers und ihren Zuschauern ist uns sehr wichtig», sagt Carle.

Verstaubt will die Serie nicht wirken, auch moderne Themen werden in Szene gesetzt. Schauspieler Peter Schell, der den Landwirt Karl Faller verkörpert, trifft oft auch junge Zuschauer. «Wir sprechen nach mehr als 18 Jahren ein Publikum an, das generationsübergreifend ist», sagt er. Das passe zu der Familienserie. «Oft sitzt die ganze Familie gemeinsam vor dem Bildschirm, um uns zu sehen.»

Auch in den kommenden Jahren soll die Serie weitergehen. «Die Themen gehen in einer Familie nie aus», sagt Familienvater Schell. Er weiß das aus eigener Erfahrung. Mit der Heugabel hantiert der 55-Jährige nur fürs Fernsehen. Der «Fallers»-Bauer aus dem Schwarzwald lebt mit seiner Familie in einem Szeneviertel in Berlin.