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Seit Mittwochnachmittag löscht die Feuerwehr einen Großbrand in einer Böblinger Sanitärfirma. Der Einsatz ist noch nicht abgeschlossen, da es schwierig ist, in der vom Einsturz bedrohten Halle die letzten Glutnester zu löschen.  © dpa
Flammen schlagen in Böblingen aus der Lagerhalle eines Sanitärunternehmens, in der ein Brand ausgebrochen ist. Es gab drei Verletzte. © dpa
11.06.2014

Lagerhalle in Flammen aufgegangen: Millionenschaden

Nach dem Großbrand in der Lagerhalle eines Sanitär-Großhandels in Böblingen dauerten die Einsatzmaßnahmen von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk die ganze Nacht über an und sind nach wie vor nicht abgeschlossen. Die Bekämpfung von Glutnestern wird durch die akute Einsturzgefahr erschwert, die ein Betreten auch für Einsatzkräfte der Feuerwehr verbietet.

Bildergalerie: Millionenschaden nach Großbrand in Böblingen

Aussagen zur Brandursache sind daher noch nicht möglich. Die Mitarbeiter des betroffenen Unternehmens, die ihren Arbeitsplatz in den vom Brand betroffenen und von der Staatsanwaltschaft Stuttgart beschlagnahmten Bereichen hatten, wurden am Donnerstagmorgen bei ihrem Eintreffen von der Polizei vor Ort informiert und mussten wieder nach Hause gehen. Mitarbeiter nicht betroffener Bereiche konnten ihre Arbeit dagegen wieder aufnehmen.

Das Großfeuer, das am Mittwoch kurz nach 15 Uhr in einer Halle der Sanitärfirma ausbrach, hatte einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungskräften und Polizei ausgelöst. Bereits auf der Anfahrt konnten die Einsatzkräfte eine etwa 50 Meter hohe Rauchsäule ausmachen, die über dem Firmengebäude aufstieg und sich zunächst in Richtung Ehningen ausbreitete.

Über die Brandursache liegen bisher keine Erkenntnisse vor. Ebenso konnte die Ausbruchstelle des Feuers noch nicht lokalisiert werden. Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs befanden sich etwa 400 Mitarbeiter der Firma in den verschiedenen Gebäuden, die die Räumlichkeiten unbeschadet verlassen konnten.

In den beiden in Vollbrand stehenden etwa 1200 Quadratmeter großen Lagerhallen waren Sanitärartikel unterschiedlicher Beschaffenheit gelagert. Vorsorglich führte die Feuerwehr Messungen in der Umgebung des Brandorts durch. Dabei ergaben sich keine Hinweise auf eine mögliche Schadstoffbelastung. Vorsichtshalber wurden mehrere umliegende Firmen evakuiert. Davon waren mehrere Hundert Mitarbeiter betroffen.

Der Brandort selbst wurde von der Polizei weiträumig abgesperrt. Zeitweise kam es auf den angrenzenden Autobahnen A8 und A831 zu Verkehrsbehinderungen, da die Rauchsäule auch dort für die Verkehrsteilnehmer sichtbar war. Der Verkehr in Richtung Singen staute sich auf etwa acht Kilometer.

Zur Bekämpfung des Brandes musste die Feuerwehr auf die Wasservorräte des in der Umgebung liegenden "Langen Sees" sowie einer nahe gelegenen Firma zurückgreifen. Dies zog unter anderem die Sperrung der S-Bahnstrecke der Linie S1 zwischen Böblingen und Gärtringen nach sich. Die Strecke wurde gegen 19:15 Uhr wieder frei gegeben.

Insgesamt wurden durch das Feuer drei Personen verletzt. Dabei handelte es sich um einen 38 Jahre alten Mitarbeiter des Unternehmens und zwei Angehörige der Feuerwehr, wobei sich ein Feuerwehrmann eine schwere Rauchgasvergiftung zuzog und stationär im Krankenhaus aufgenommen werden musste. Die beiden anderen wurden ambulant behandelt.

Zur Brandbekämpfung waren etwa 250 Einsatzkräfte zahlreicher Feuerwehren mit 38 Fahrzeugen eingesetzt, die durch 90 Angehörige des Rettungsdienstes mit weiteren 30 Fahrzeugen, sowie 32 Streifenbesatzungen der Polizei und zwei Polizeihubschraubern unterstützt wurden.