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So richtig vorwärts geht es beim Bahngroßprojekt Stuttgart 21 nicht. Während die Kosten zu wachsen scheinen, gedeiht das Bhnprojekt nur minimal. Land und Bahn scheinen sich bei ihren Unstimmigkeiten nicht auf einen Nenner einigen zu können.
So richtig vorwärts geht es beim Bahngroßprojekt Stuttgart 21 nicht. Während die Kosten zu wachsen scheinen, gedeiht das Bhnprojekt nur minimal. Land und Bahn scheinen sich bei ihren Unstimmigkeiten nicht auf einen Nenner einigen zu können. © dpa
15.04.2013

Land zahlt wohl nicht mehr für S21-Flughafenbahnhof

Die grün-rote Landesregierung wird voraussichtlich keine Mehrkosten für einen verbesserten Flughafenbahnhof bei Stuttgart 21 übernehmen. Gespräche mit der Bahn über einen Kompromiss seien gescheitert, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Regierungskreisen.

«Die Sache ist gegessen», sagte ein führender Koalitionär am späten Sonntagabend. Weder die Bahn noch der grüne Teil der Regierung seien bereit, einen Teil der Mehrkosten von geschätzten 224 Millionen Euro für das Teilprojekt von Stuttgart 21 zu übernehmen, hieß es. Die SPD hatte dagegen der Bahn Entgegenkommen signalisiert. Damit ist wahrscheinlich, dass die Bahn die ursprünglich geplante Trasse für 536 Millionen Euro bauen wird.

Die Grünen bleiben damit dem Vernehmen nach bei ihrer Haltung, nicht mehr als die zugesagten 930 Millionen Euro für den Tiefbahnhof und die Anbindung an die Schnellbahnstrecke nach Ulm zu zahlen. Regierungssprecher Rudi Hoogvliet versicherte allerdings am Sonntagabend, das Staatsministerium und das Verkehrsministerium hätten keinen neuen Stand.

Mit Spannung war erwartet worden, ob es Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gelingt, die ablehnende Position der Grünen noch aufzuweichen. Denn der Regierungschef hatte zuletzt Gesprächsbereitschaft signalisiert und sogar einmal die Summe von 24 Millionen genannt, die für das Land noch verkraftbar sei. Doch dafür war er von Grünen in Land und Bund, die zum großen Teil Stuttgart 21 strikt ablehnen, scharf kritisiert worden.

Kretschmann hatte jüngst angekündigt, die Entscheidung über eine Beteiligung an den Zusatzkosten stehe unmittelbar bevor. An diesem Dienstag wird der Ministerpräsident zu einer seit längerem anberaumten Treffen in die SPD-Landtagsfraktion kommen. Dabei steht der Flughafenbahnhof auch auf der Tagesordnung.

Die bei einem Bürgerdialog ermittelte, optimierte Variante sieht einen näher an das Terminal herangerückten Halt unter der Flughafenstraße vor. Der Bahnhof sollte im Gegensatz zu den bisherigen Planungen einer 25 Meter tiefen Station nur um die 15 Meter tief sein. Die Zusatzkosten wären durch zwei Kilometer lange unterirdische Zuführungen entstanden. Der neue Flughafenhalt ist Teil des Milliardenprojekts Stuttgart 21. Die Bahn hatte vor kurzem den Kostenrahmen für das Projekt von 4,5 Milliarden Euro auf 6,5 Milliarden Euro angehoben. Die Grünen befürchten, dass die Kosten noch stärker explodieren.

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