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Philipp Jenninger (CDU) ist 85-jährig verstorben. Foto: dpa
Philipp Jenninger (CDU) ist 85-jährig verstorben. Foto: dpa
07.01.2018

Landes-CDU trauert um Ex-Bundestagspräsident Philipp Jenninger

Stuttgart. Nach dem Tod des früheren Bundestagspräsidenten Philipp Jenninger trauert auch die CDU in Baden-Württemberg. „Er war Politiker aus Überzeugung, weil er den Menschen dienen wollte“, erklärte CDU-Landeschef und CDU-Bundesvize, Thomas Strobl, am Samstag in Stuttgart. „Als Bundestagsabgeordneter für Crailsheim und Schwäbisch Hall, als Staatsminister und Präsident des Deutschen Bundestages tat er dies über viele Jahre hinweg und gestaltete dabei die Bundespolitik maßgeblich mit. Der ehemalige Bundestagspräsident war am Donnerstag im Alter von 85 Jahren gestorben.

Jenninger gehörte dem Bundestag von 1969 bis 1990 an. Von 1984 bis 1988 war er dessen Präsident. Davor war der enge Vertraute von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) zwei Jahre lang Staatsminister im Kanzleramt gewesen, wo er vor allem mit der Deutschlandpolitik betraut war. In einer Feierstunde des Bundestags am 10. November 1988 zum Gedenken an die Opfer der anti-jüdischen Pogrome 50 Jahre zuvor hielt Jenninger eine missverständlich formulierte Rede. Er trennte nicht klar genug zwischen Zitaten aus der Zeit des Nationalsozialismus und eigenen Worten und löste damit einen Eklat aus. Abgeordnete von SPD, FDP und Grünen verließen aus Protest während der Ansprache den Plenarsaal. Auch international gab es eine Welle der Empörung. Jenninger trat am Tag darauf zurück.

Unterstützung erhielt Jenninger Jahre danach vom Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis. Er sprach von einer „über weite Strecken hervorragenden Rede, einfach nur rhetorisch miserabel gehalten“.