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Landespresseball © dpa
24.11.2012

Landespresseball in Stuttgart: Party, Promis und die K-Frage

Stuttgart. Worüber wird bei einem Ball-Abend eigentlich am meisten getuschelt? Wer tanzt mit wem? Wer trägt was? Oder doch darüber, wer am liebsten gar nicht hier wäre? Am Freitagabend konnten die rund 2300 Gäste des 53. Landespresseballs in der Stuttgarter Liederhalle auf jede dieser Fragen ihre ganz eigene Antworten finden.

Bildergalerie: Landespresseball in Stuttgart

Dabei waren viele, die im Südwesten Rang und Namen haben: Unter anderem der Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir, Agrarminister Alexander Bonde (Grüne), SPD-Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid, der CDU-Landesvorsitzender Thomas Strobl und Fraktionschef Peter Hauk. Neben der Politprominenz mischten sich auch Wirtschaftsvertreter wie der neue EnBW-Vorstandschef Frank Mastiaux oder Schauspielerin Sonja Kirchberger und SWR-Moderator Wieland Backes unter die Ball-Gäste.

Beim Tanzen tat sich, seiner Eigenschaft als Schirmherr entsprechend, Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) als Erster hervor. Er durfte zusammen mit SWR-Reporterin Edda Markeli den Eröffnungswalzer tanzen. Die Vorsitzende der Landespressekonferenz, einem Zusammenschluss von Landtagsjournalisten, hatte sich mit ihrem Lebensgefährten eigens vorbereitet. «Wir haben im Wohnzimmer - ich geb's zu - an zwei Abenden geübt.»

Kretschmann hatte zuvor aber auch zugegeben, sich auf die Rock 'n Roll-Musik von Dick Brave zu freuen. «Das ist ja in meiner Jugend erfunden worden.» Und tatsächlich war spätestens bei Brave die Tanzfläche das Ziel vieler Besucher. Für viel Aufsehen sorgte SPD-Sozialministerin Katrin Altpeter (49), die sich zum ersten Mal öffentlich mit ihrem 20 Jahre jüngeren Freund, dem Fraktionskollegen Florian Wahl, zeigte.

Und alle schienen trotz starker Konkurrenz in Berlin sehr zufrieden mit ihrer Abendplanung. Öffentlich zugeben, dass es beim dort stattfindenden Bundespresseball vielleicht auch ganz nett sei, wollte niemand. «Man kann sich nicht zerreißen», meinte Kretschmann. Er habe sich aber natürlich für Stuttgart entschieden, schließlich sei er Schirmherr der Veranstaltung.

Bleibt noch die Frage nach dem aufsehenerregendsten Kleid. Neben vielen wallenden Abendroben fiel in dieser Kategorie auch Birgit Homburger in leuchtend rotem Kostüm auf. Die FDP-Landesvorsitzende wollte dies aber «definitiv nicht» als mögliche Koalitionsaussage verstanden wissen, sagte sie lachend. «Ich trage rot, weil es mir steht - mit gelb sehe ich so bleich aus.»

In Sachen Herrenmode redete sich der grüne Verkehrsminister Winfried Hermann gar in eine K-Frage hinein. Für diesen Abend sei er einer Modeempfehlung seiner 11-jährigen Tochter gefolgt und habe ausnahmsweise eine Krawatte umgebunden. Bei manchen Gelegenheiten sei eben ein Binder nötig, meinte Hermann: «Beim Papst, bei Hu Jintao und jetzt beim Landespresseball darf es schon Krawatte sein.» dpa