nach oben
Im Stuttgarter Landtag beäugt man die Imagepflege der Hells Angels mit argwöhnischen Augen. Die Rocker seien von einem romantischen Image weit entfernt und würden eher der organisierten Kriminalität zuzuordnen sein.
Im Stuttgarter Landtag beäugt man die Imagepflege der Hells Angels mit argwöhnischen Augen. Die Rocker seien von einem romantischen Image weit entfernt und würden eher der organisierten Kriminalität zuzuordnen sein. © dpa
27.06.2012

Landtag warnt vor Imagepflege krimineller Rocker

Der baden-württembergische Landtag hat vor einer Verharmlosung von Motorradbanden gewarnt. "Wir haben es mit Kriminellen übelster Sorte zu tun", sagte der SPD-Innenpolitiker Nikolaos Sakellariou am Mittwoch in Parlament in Stuttgart. Die Rockergruppe Hells Angels betreibe neuerdings Öffentlichkeitsarbeit und versuche so, ihr Image zu verbessern.

Rocker seien aber immer häufiger in Organisierte Kriminalität verwickelt. 2011 sei in acht Verfahren gegen Rockerbanden unter anderem wegen Rauschgift- und Waffenhandel, Gewalttaten sowie Zuhälterei ermittelt worden.

Der Grünen-Innenexperte Uli Sckerl stimmte zu: "Die Zeit der Romantik ist vorbei." Auch er sieht bei den Hells Angels eine neue Strategie. Der Grüne erinnerte an die "inszenierte Hochzeit" des Reutlinger Hells-Angels-Chef Mitte Juni. Zudem hatte sich die Gruppe vor kurzem in großen Zeitungsanzeigen gegen die Verhaftung eines ihrer Reutlinger Mitglieder gewandt. Der Rocker hatte bei einer Verhandlung wegen versuchten Totschlags einen Staatsanwalt in Tübingen niedergeschlagen.

Wegen zahlreicher Straftaten hatte Innenminister Reinhold Gall (SPD) im Juni 2011 die Rockergruppe Hells Angels MC Borderland und die Teilgruppierung Commando 81 Borderland in Pforzheim und dem Enzkreis verboten. Gall kündigte im Landtag an, die Szene intensiv zu beobachten. Sckerl und der FDP-Abgeordnete Ulrich Goll mahnten aber, Motorradfahrer dürften nicht in Sippenhaft genommen werden. "Wir wollen Kriminelle bekämpfen, nicht Motorradfahrer", sagte Goll, selber ein bekennender Motorrad-Fan. dpa

Leserkommentare (0)