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© Symbolbild: dpa
21.10.2015

Landtags-CDU will Ärztemangel mit Stipendien bekämpfen

Stuttgart. Der Ärztemangel auf dem Land - ist er schon da, kommt er noch? Die CDU und die Kassenärztliche Vereinigung sind da nicht einer Meinung.

Die CDU im Landtag will mit einem Stipendium Medizin-Studenten für eine Tätigkeit auf dem Lande gewinnen. Die Pläne dafür wollen CDU-Fraktionschef Guido Wolf und CDU-Gesundheitsexperte Stefan Teufel am Mittwoch (10.00 Uhr) in Stuttgart vorstellen. Die Studierenden sollen ab dem dritten Studienjahr und bestandenem ersten Studienabschnitt monatlich 500 Euro für die Dauer von vier Jahren erhalten. Im Gegenzug müssen sie sich nach Vorstellungen der CDU dazu verpflichten, für einen Zeitraum von fünf Jahren in einem unterversorgten Gebiet zu praktizieren.

Nach Sichtweise der Kassenärztlichen Vereinigung gibt es derzeit im Südwesten aber keine unterversorgten Gebiete unter den 101 hausärztlichen Bezirken; vielmehr seien rund ein Drittel davon überversorgt.

Allerdings rechnet die Organisation damit, dass in den nächsten fünf Jahren 500 Arztpraxen - also etwa zehn Prozent - mangels Nachwuchs schließen werden. Davon seien ländliche Gebiete besonders betroffen. Auch die immer größere Zahl von Allgemeinmedizinern helfe da nicht. Die wenigsten jungen Ärzte wollten noch allein in einer Praxis tätig sein. Vor allem Ärztinnen strebten eine Angestelltenstatus in Teilzeit an.