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Seit Monaten eine Großbaustelle: der baden-württembergische Landtag in Stuttgart. Fotos: Kastl/Murat (3)
Seit Monaten eine Großbaustelle: der baden-württembergische Landtag in Stuttgart. Fotos: Kastl/Murat (3)
Hier entsteht das unterirdische Bürger- und Medienzentrum des Landtags.
Hier entsteht das unterirdische Bürger- und Medienzentrum des Landtags.
Kräftig ins Zeug gelegt haben sich bisher die Bauarbeiter.
Kräftig ins Zeug gelegt haben sich bisher die Bauarbeiter.
08.09.2015

Landtagssanierung auf der Zielgeraden

Stuttgart. Countdown für die Sanierung des Landtags: In rund sieben Monaten soll die millionenschwere Generalüberholung des Denkmals im Stuttgarter Schlossgarten abgeschlossen sein. Der Zeitplan könne genauso gehalten werden wie der Kostenrahmen von 52,1 Millionen Euro, verkündete Landtagspräsident Wilfried Klenk (CDU) am Montag.

Die Optik des Gebäudes wird sich nicht wesentlich verändern, dank neuer Technik sollen sich aber 150 000 Euro Energiekosten und 150 Tonnen Kohlendioxid im Jahr einsparen lassen. 2,1 Millionen Euro werden allein in den größten Wunsch der Abgeordneten investiert: endlich Entscheidungen unter Tageslicht fällen. Die Übergabe des Hohen Hauses ist für den 15. April 2016 geplant. Der erste Parlamentstag ist die konstituierende Sitzung des Landtags nach der Wahl. Diese Sitzung ist für den 11. Mai vorgesehen.

Überall prangt noch blanker Beton, Gerüste verstellen den Plenarsaal, Bohrmaschinen rattern, Staub weht durch die hohe Halle, in der sonst die Lobbyisten kreisen. Es braucht einiges an Fantasie, sich vorzustellen, dass hier in gut acht Monaten wieder alles beim Alten sein soll. Hausherr Klenk sieht aber „enorme Fortschritte“ und ist „guter Dinge, dass alles gelingen wird“. Einmal pro Woche schlendert er über die Baustelle, wie er sagt. Man wolle ja „auf dem Laufenden bleiben“. Auch sein eigenes Büro habe er schon mehrfach inspiziert.

Im Plenarsaal – dort, wo sich knapp zwei Monate nach der Wahl der 16. baden-württembergische Landtag konstituieren soll – steht noch immer ein undurchsichtiges Stahlgerüst. Die Abgeordneten sollen dann hier einen besonderen Durchblick bekommen: Hinaus in den Schlossgarten durch aufgeschnittene Seitenwände und in den Himmel durch zwölf Lichttrichter. Sie sind das Herzstück der Decke mit 36 kleineren Lichtzylindern. Strahlenförmig um die Zylinder angeordnete LED-Lampen können stufenlos zugeschaltet werden, um die Beleuchtung im Parlament tagsüber wie abends gleich zu halten.

Im Zeit- und Kostenrahmen ist man auch auf der Baustelle nebenan, wie Klenk berichtet: Der Bau des neuen Bürger- und Medienzentrums für weitere rund 17,5 Millionen Euro verlaufe ebenfalls ohne negative Überraschungen. Die Eröffnung werde weiter für das Frühjahr 2017 angestrebt. Die Rohbauarbeiten des weitgehend unterirdisch gelegenen Neubaus mit einer kreisförmigen Agora, einer trichterförmigen Freitreppe, laufen seit einem halben Jahr. In erster Linie sollen dort jährlich 65 000 Besucher des Landtags betreut werden. Auch Konferenzen, Vorträge und Seminare sind geplant.