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In einem Supermarkt stößt eine Frau einem sechsjährigen Mädchen von hinten ein Messer in den Hals. Das Kind überlebt knapp. Nun hat das Gericht ein Urteil gesprochen. 

Lebensgefährliche Messerattacke auf Kind - Frau muss in Psychiatrie

Heidelberg (dpa/lsw) - Nach einem lebensgefährlichen Messerangriff auf ein Kind in einem Supermarkt hat ein Gericht in Heidelberg die Angeklagte in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen. Das Landgericht folgte damit einem übereinstimmenden Antrag von Anklage und Verteidigung, wie ein Justizsprecher am Mittwoch sagte.

Der Frau war versuchter Totschlag vorgeworfen worden. Nach Überzeugung des Gerichts hatte die heute 32-Jährige im Juli 2016 in einem Supermarkt in Dossenheim (Rhein-Neckar-Kreis) einem Kind ein Messer in den Hals gerammt. Das sechsjährige Mädchen wurde lebensgefährlich verletzt und mit einer Notoperation gerettet. Das Kind und die Frau kannten sich nicht (Az.: 6 Ks 100 Js 15118/16).

«Das Urteil ist rechtskräftig, da die Seiten auf Rechtsmittel verzichtet haben», sagte der Sprecher. «Auch die Beschuldigte selbst hat offenbar erkannt, dass eine Behandlung ihr hilft.» Bei dem Urteil seien weitere fünf Delikte berücksichtigt worden, hieß es. So habe die Frau in Heidelberg unter anderem zwei Passanten und eine Radfahrerin attackiert. Die 32-Jährige wird in einem Krankenhaus in Wiesloch untergebracht, etwa 13 Kilometer südlich von Heidelberg.

«Die Strafe ist unbefristet. Einmal im Jahr wird geprüft, ob die Voraussetzungen für eine Unterbringung gegeben sind», sagte der Justizsprecher. Zudem werde alle drei Jahre ein psychiatrisches Gutachten über die Allgemeingefährdung angefertigt.

Den Behörden zufolge soll die Frau das Messer im Geschäft vom Regal genommen haben. Die Verdächtige habe anschließend am Informationsschalter auf die Polizei gewartet, hieß es.

Über Schmerzensgeld sei an den beiden Prozesstagen nicht verhandelt worden. «Es ging um Strafrecht - eine mögliche Zahlung betrifft Zivilrecht», sagte der Sprecher.