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Die Leichen der beiden in Afghanistan offenbar ermordeten deutschen Entwicklungshelfer sind geborgen worden. Foto: dpa
hindukusch © dpa
06.09.2011

Leichen der vermissten Deutschen in Säcken gefunden

KABUL/DITZINGEN. Die Leichen der beiden offenbar ermordeten deutschen Entwicklungshelfer sind im Gebirge in Afghanistan nach Angaben der örtlichen Behörden geborgen worden. Sicherheitskräfte würden die Toten nun zu einer Straße bringen, sagte die Sprecherin der Regierung der Provinz Parwan, Roshana Chalid, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Von dort aus würden sie ins Krankenhaus in die Provinzhauptstadt Charikar und dann weiter in die afghanische Hauptstadt Kabul gebracht. Einer der beiden Männer, ein 59-Jähriger, soll aus Ditzingen (Kreis Ludwigsburg) stammen.

Chalid sagte weiter, die Leichen seien in Säcke gestopft gewesen. Provinzgouverneur Abdul Baschir Salangi war am Montag von einem Mord ausgegangen und hatte örtliche Nomaden vom Stamm der Kuchi verdächtigt. Er hatte zudem mitgeteilt, dass die beiden Deutschen nach ersten Erkenntnissen erschossen worden seien. Chalid sagte am Dienstag, die endgültige Todesursache müsse nach dem Eintreffen der Leichen aus den Bergen untersucht werden.

Das Auswärtige Amt hat den Tod der beiden Deutschen bislang nicht bestätigt. Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte am Montag erklärt, er müsse «leider bestätigen», dass in Afghanistan zwei Tote gefunden worden seien. Zunächst müsse aber die Identität geklärt werden. «Solange dies nicht zweifelsfrei geschehen ist, sind keine verlässlichen Aussagen möglich».

Die Deutschen waren vor mehr als zwei Wochen bei einer Wanderung im Hindukusch-Gebirge nördlich von Kabul spurlos verschwunden. Nach dpa-Informationen war der 59-Jährige aus Ditzingen für die staatliche deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in Kabul tätig. Der zweite Mann, ein 69-Jähriger aus Sachsen, gehörte demnach einem christlichen Hilfswerk an, das in der afghanischen Hauptstadt arbeitete. dpa