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Die Region Hegau ist geprägt von erloschenen Vulkanen.
Die Region Hegau ist geprägt von erloschenen Vulkanen.
03.11.2016

Leichtes Erdbeben erschüttert die Region Hegau

Ein Erdbeben hat die Gemeinde Hilzingen im Kreis Konstanz zittern lassen. Die Stärke habe am Donnerstag bei 3,0 auf der Richter-Skala gelegen, sagte ein Sprecher des Freiburger Regierungspräsidiums am Freitag. Laut dem Landeserdbebendienst Baden-Württemberg lag das Epizentrum des Bebens um 6.48 Uhr genau in Hilzingen und war vermutlich in einem Umkreis von rund zehn Kilometern spürbar. Nach Angaben der Polizei wurden keine Schäden gemeldet. Es hätten sich allerdings Anwohner gemeldet, die das Beben zunächst nicht einordnen konnten, sagte ein Sprecher.

«Es war wie ein harter Rums, als würde irgendwo was umfallen oder ein Auto in eine Wand fahren», sagte der Bürgermeister von Hilzingen, Rupert Metzler (FDP). «Das war eher ungewöhnlich. Ich habe schon ein paar leichtere Erdbeben erlebt, sonst war es immer so eine Art Grummeln.»

Hat er sich nach den Vorfällen in Italien mehr Sorgen gemacht als sonst? «Eigentlich nicht», sagte Metzler. «Das ist hier recht häufig der Fall, dass es leichtere Erdbeben gibt.» Die Region ist nach Angaben des Regierungspräsidiums eine Erdbebenzone 2. Insgesamt gibt es drei Zonen. Am stärksten betroffen von einer Erdbebengefahr sind demnach Gebiete auf der Schwäbischen Alb und bei Lörrach.

Ein Experte hatte erst kürzlich davor gewarnt, dass sich auch im Südwesten ein starkes Erdbeben wie in Mittelitalien ereignen könne. Ein Beben auf der Richterskala zwischen sechs und sieben Punkten habe es im Jahr 1356 in Basel gegeben, sagte Wolfgang Brüstle vom Landeserdbebendienst dem Sender SWRinfo. Damals seien Stärke und Schäden vergleichbar gewesen mit den jüngsten Beben in Mittelitalien. «Wir wissen nicht, wann so ein Beben wiederkommt.»

Allerdings seien derart heftige Beben in Baden-Württemberg aus historischer Sicht sehr viel seltener als in Italien. Dort hatte am vergangenen Sonntag ein Erdbeben der Stärke 6,6 Städte die Gegend nordöstlich von Rom verwüstet, es folgten zahlreiche Nachbeben. Tote gab es nicht, unter anderem, weil nach ersten Beben vier Tage zuvor gefährdete Stadtzentren geräumt worden waren. Im August waren jedoch bei einem Erbeben der Stärke 6,1 in Umbrien und Marken fast 300 Menschen gestorben.