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Ein 6-jähriges Mädchen wurde niedergestochen. Die Polizei vermutet den Täter in der Familie.
Ein 6-jähriges Mädchen wurde niedergestochen. Die Polizei vermutet den Täter in der Familie. © Symbolbild: dpa
29.11.2012

Lieber Knast als obdachlos

Kornwestheim. Ein Obdachloser hat am Donnerstagmorgen aus Verzweiflung einen Raubüberfall vorgetäuscht, um festgenommen zu werden. Dabei löste der 56-Jährige aus Berlin einen Großeinsatz der Polizei aus.

Gegen 8.10 Uhr frühstückte das Mitglied einer Werberkolonne mit seinen Kollegen in einer Cafeteria eines Baumarkts in Kornwestheim. Von dort aus marschierte er plötzlich in den Kassenbereich und zeigte einer Kassiererin einen handgeschriebenen Zettel mit der Aufschrift "Das ist ein Überfall! Geld her!". Die Frau hielt den Mann für verrückt und nahm ihn nicht ernst. Daraufhin ging der 56-Jährige weiter zur Information und versuchte dort sein Glück. Dabei verband er seine Forderung nach Geld auch gleich schon mit dem Hinweis, bitte die Polizei zu verständigen. Mit einer Tasse Kaffee in der Hand begrüßte er schließlich die eintreffenden Beamten mit den Worten „Hallo, ich bin der Täter“, die sich mit 12 Streifenwagen auf einen „echten“ Raubüberfall eingestellt hatten.

Wie sich mittlerweile herausstellte, muss der 56-Jährige wohl vor Kurzem seine Beschäftigung bei der Werbekolonne verloren haben. Vermutlich von Zukunftsängsten geplagt, wusste er sich wahrscheinlich nicht anders zu helfen, als sich bei einer "Straftat" festnehmen zu lassen. Die Polizeibeamten nahmen ihn zunächst in Gewahrsam und haben unterdessen bereits Kontakt mit der Wohnsitzlosenbetreuung in Berlin aufgenommen, die ihm die Aufnahme in eine betreute Einrichtung vermitteln will.