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03.05.2010

Ludwigsburger Goldräuber im Irak gefunden - Beute fehlt

PFORZHEIM. Einen weiteren Erfolg können die Zielfahnder des Landeskriminalamts (LKA) verbuchen. Seit dem 2. Mai befinden sich die drei letzten noch flüchtig gewesenen mutmaßlichen Ludwigsburger Goldräuber in Deutschland hinter Schloss und Riegel. Sie wurden im Irak festgenommen. Die Männer sollen auf der Autobahn A81 bei Ludwigsburg einen Goldtransporter auf dem Weg nach Pforzheim ausgeraubt haben. Von der Millionenbeute fehlt aber noch jede Spur.

Die Zielfahnder des LKA hatten die Spuren von Sami A.H. (26 Jahre), Giwar H. (28 Jahre) und Kawa H.-G. (26 Jahre) mit umfangreichen Auslandsermittlungen in Abu Dhabi, Belgien, Litauen und der Ukraine zunächst bis nach Russland verfolgt. Mit Unterstützung des BKA-Verbindungsbeamten in Moskau stellten sie dann fest, dass die Gesuchten über Moskau in den Irak ausgereist waren.

Aufgrund der sehr guten Zusammenarbeit mit den irakischen Strafverfolgungs-Behörden konnten die drei Tatverdächtigen dann im März im Nordirak lokalisiert werden, wo sie aufgrund der bestehenden deutschen Haftbefehle und der internationalen Fahndungs-Notierungen festgenommen wurden. Vor einer Entscheidung über die Abschiebung der Inhaftierten waren von irakischer Seite zunächst die Identität der Festgenommenen und deren Staatsangehörigkeit eindeutig zu klären. Nachdem dies geschehen war, wurden sie von den irakischen Behörden am 2. Mai in Begleitung der Zielfahnder nach Deutschland abgeschoben. Die Verdächtigen wurden heute dem zuständigen Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete.

Die drei Verdächtigen sollen am 15. Dezember 2009 bei Ludwigsburg an einem Raub auf einen Transporter beteiligt gewesen sein und dabei Schmuck und Zahngold im Wert von 1,8 Millionen Euro erbeutet haben. Die Täter hatten sich bei dem filmreifen Coup als Steuerfahnder und Polizeibeamte verkleidet und den Transporter auf einem Autobahnrasthof in ihre Gewalt gebracht. Zuvor hatten die vier Männer eine vorgetäuschte Fahrzeugkontrolle eingeleitet: Mit Blaulicht auf dem Armaturenbrett und Leuchtschrift am Heckfenster drängten sie die Fahrer des Wagens auf dem Weg von Nürnberg nach Pforzheim zum Stoppen. Die Fahrer wurden nach der Tat auf einem Waldweg gefesselt und unverletzt ausgesetzt.

Die Ermittlungsgruppe „Gold“ der Polizeidirektion Ludwigsburg ermittelte im Auftrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart seit dem 15. Dezember 2009 mit 18 Personen in monatelanger Arbeit die Tatverdächtigen und ging dabei über 400 Spuren sowie Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Die Zielfahnder des LKA hatten dann am 5. Februar die Suche nach insgesamt vier Beschuldigten der „EG Gold“ der Kripo Ludwigsburg übernommen. Nach der Festnahme des 22-jährigen Sidar C. am 4. März im nordrhein-westfälischen Meckenheim und den jüngsten Festnahmen im Irak befinden sich nun alle vier Beschuldigten in Haft. Darüber hinaus befindet sich eine weitere Person in Haft.

Von der Beute, für deren Wiederbeschaffung eine Belohnung in Höhe von 100.000 Euro ausgesetzt worden ist, fehlt weiterhin jede Spur. Das LKA hat 2010 bisher sechs Fälle von der Landespolizei in die Zielfahndung übernommen und alle Gesuchten festgenommen. Damit liegt die Erfolgsquote dieser Einheit, die 1996 beim LKA eingerichtet wurde, weiterhin bei über 90 Prozent. pol