nach oben
© Symbolbild: dpa-Archiv
27.09.2015

Luftballon in Oberleitung bremst Stuttgarter S-Bahnen aus

Stuttgart. Ein Luftballon hat den S-Bahn-Verkehr rund um den Stuttgarter Hauptbahnhof lahmgelegt und auch die Besucher des Cannstatter Volksfestes ausgebremst. Drei Züge blieben am Samstag in Tunneln liegen. Tausende Fahrgäste waren vom Stillstand betroffen - rund zwei Stunden fuhren die S-Bahnen nicht. Ein metallbeschichteter Ballon sei am Samstagabend in einer Oberleitung hängengeblieben und habe einen Kurzschluss und einen Lichtbogen ausgelöst, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Sonntag.

Es wurde aber niemand verletzt. Bahnarbeiter fanden noch Reste des Ballons an der Oberleitung. Wem er gehörte, war zunächst unklar.

Die Deutsche Bahn hatte bereits vor Beginn des Cannstatter Volksfests gewarnt, metallbeschichtete Ballone in Bahnhöfe mitzunehmen. Fliegen sie in die unter 15 000 Volt Starkstrom stehenden Oberleitungen, könnten gefährliche Kurzschlüsse entstehen, hieß es. Grundsätzlich seien solche Ballons in Bahnhöfen verboten. Im vergangenen September hatte schon einmal ein Ballon den S-Bahn-Verkehr am Stuttgarter Hauptbahnhof zur Wasenzeit lahmgelegt.

Am Samstagabend konnten die S-Bahnen nach etwa zwei Stunden wieder fahren, wie ein Sprecher der Bundespolizei berichtete. Betroffen von dem Stillstand waren alle sieben Linien. Drei Züge stoppten in den Tunneln zwischen Hauptbahnhof und der Haltestelle Schwabstraße. Die Bundespolizei musste einen Zug evakuieren.

Die Deutsche Bahn erklärte, es könne schon gefährlich werden, wenn ein metallbeschichteter Ballon nur in der Nähe einer Oberleitung sei. Dann könne es zu einem Lichtbogen kommen, der schwere Verletzungen auslösen könne. Ein Lichtbogen ist mehrere tausend Grad heiß und als eine Art heller Blitz zu sehen.