nach oben
Eine 17-Jährige wurde beim Klettern auf einen Zug-Tankwagen durch einen Stromschlag getötet. Zwei weitere Mädchen erlitten schwere Verbrennungen.
Eine 17-Jährige wurde beim Klettern auf einen Zug-Tankwagen durch einen Stromschlag getötet. Zwei weitere Mädchen erlitten schwere Verbrennungen. © Symbolbild: dpa
11.05.2013

Mädchen klettern auf Waggon: 17-Jährige stirbt

Stuttgart-Vaihingen. Tödliche Verletzungen hat eine 17-Jährige am frühen Samstagmorgen durch einen Stromschlag erlitten. Zwei Freundinnen erlitten schwere Verbrennungen. Offenbar war die Jugendliche um 0.15 Uhr mit zwei Freundinnen im Alter von 16 und 17 Jahren auf einen im Bahnhof Vaihingen abgestellten Tankwagen geklettert, um sich von zwei Freunden fotografieren zu lassen.

Beim Besteigen des Waggons kam es zu einem Lichtbogen von der Oberleitung und somit zu einem tödlichen Stromeintritt in den Körper der 17-Jährigen. Die ihr folgende 16-Jährige und die dahinter kletternde 17-Jährige erlitten schwere Verbrennungen. Beide Mädchen wurden in eine Spezialklinik für Verbrennungen in Stuttgart eingeliefert. Lebensgefahr besteht nicht.

Die zwei Freunde, die auf dem Bahnsteig zurückblieben, um die Fotos zu schießen, blieben unverletzt. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an.

Der Bahnverkehr im Bahnhof Vaihingen war bis kurz nach 3 Uhr stark beeinträchtigt. 15 Züge hatten insgesamt 330 Minuten Verspätung, zudem mussten drei Ersatzzüge eingesetzt werden. Der Gesamtschaden an DB-Einrichtungen inklusive Arbeitseinsatz beläuft sich nach ersten Einschätzungen auf bis zu 10.000 Euro.

Auch ohne Berührung der stromführenden Leitung kann es nach Aussagen von Bahnexperten zu einem Lichtbogen kommen, bei dem Elektronen in der Luft den Stromkreis zwischen Leitung und Mensch schließen. Die Bundespolizei warnt deshalb immer wieder eindringlich vor dem Aufenthalt in der Nähe der Oberleitungen. Das Klettern an Fahrleitungsmasten, Gebäudeteilen und Fahrzeugen nahe den Strommasten ist lebensgefährlich. Ein Stromschlag mit der Stärke von 15.000 Volt, der bereits bei einer Annäherung von unter 1,50 Metern zum Fahrdraht ausgelöst werden kann, endet in der Regel tödlich, sagen Experten. pol