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© Symbolbild: dpa
14.01.2013

Mann bewusst angefahren? Unfallauto gefunden

Die Polizei kann erste Ermittlungserfolge bei dem möglicherweise bewusst herbeigeführten Unfall auf einem Ampel-Überweg in Karlsruhe verzeichnen. Dort soll in den frühen Sonntagmorgenstunden ein noch unbekannter Autofahrer einen 22-jährigen Fußgänger gezielt angefahren und mittelschwer verletzt haben. Das Unfallauto, ein blauer Mercedes-Benz E-Klasse vom Typ E220 CDI, wurde bereits sichergestellt. Der Fahrzeughalter konnte bislang noch nicht vernommen werden.

Der Verkehrspolizei liegen Zeugenaussagen vor, nach denen der Autofahrer um 4.35 Uhr mit augenscheinlich überhöhter Geschwindigkeit vom linken Fahrstreifen der Kappellenstraße her auf die ampelgeregelte Kreuzung am Mendelssohnplatz zusteuerte. Nachdem der Autofahrer eine Gruppe aus drei Personen beim Überqueren der für sie Rot geschalteten Ampel erkannt hatte, hupte er und bremste das Fahrzeug ab. Kurz darauf gab er allerdings wieder Gas, wechselte auf den rechten Fahrstreifen und fuhr den noch auf der Fahrbahn befindlichen 22-Jährigen mit seinem Auto an.

Der dabei mittelschwer verletzte Mann ist auf dem Weg der Besserung und konnte die Klinik bereits am Samstag wieder verlassen.

Nach dem Unfall flüchtete der Unbekannte mit ausgeschaltetem Licht in Richtung Westen. Das Kennzeichen konnte jedoch noch von einem Zeugen abgelesen werden.

Bei den weiteren Ermittlungen wurde bekannt, dass kurz nach dem Geschehen ein Anwohner im Bereich der Sophien- und Gabelsbergerstraße ein lautes Knallgeräusch gehört hatte. Bei Tageslicht wurden dann an einem im Kreuzungsbereich geparkten Auto Unfallschäden und Teile eines anderen Fahrzeuges festgestellt. Nach der Unfallaufnahme entdeckte eine Polizeistreife das vom Mendelssohnplatz geflüchtete Fahrzeug im Bereich der Eisenlohr- und Bunsenstraße.

An dem geparkten Auto waren Unfallschäden vorhanden, die offenkundig dem Verkehrsunfall aus der Gabelsbergerstraße zuzuordnen sind. Der Mercedes wurde von der Polizei sichergestellt. Obwohl es bereits einen telefonischen Kontakt gab, konnte der Fahrzeughalter bislang noch nicht vernommen werden, da er sich noch nicht bei der Polizei gemeldet hat. Eine bei der Verkehrspolizei des Polizeipräsidiums Karlsruhe eingerichtete Ermittlungsgruppe aus sechs erfahrenen Unfallermittlern versucht nun zu klären, wer in den frühen Morgenstunden am Steuer des blauen Mercedes-Benz saß.

Die Polizei bittet Zeugen, die insbesondere Angaben zu dem beschädigten Fahrzeug, den Unfällen oder der Fluchtroute (von der Kriegsstraße über Reinhold-Frank- und Sophienstraße bis hin zur Gabelsbergerstraße) machen können, sich unter Telefon (0721) 939-4744 bei der Verkehrspolizei zu melden. pol