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© Symbolbild: Seibel
23.10.2015

Mann steht wegen Vergewaltigung seines Mitbewohners vor Gericht

Heilbronn. Weil er seinen Mitbewohner brutal vergewaltigt haben soll, steht ein 31-Jähriger seit Freitag vor dem Landgericht Heilbronn. Der Angeklagte soll laut Gerichtssprecher das 27 Jahre alte Opfer im Mai unter einem Vorwand in den Wald gelockt, es dort mehrfach sexuell missbraucht und die Tat gefilmt haben.

Die Aufnahmen wollte er demnach den Eltern des Opfers zukommen lassen, sollte es sich an die Polizei wenden. Beide Männer stammen aus Pakistan und lebten als Asylbewerber in einem Zimmer in einer Flüchtlingsunterkunft in Krautheim (Hohenlohekreis). In Pakistan ist Geschlechtsverkehr zwischen Männer gesellschaftlich geächtet - unabhängig davon, ob er unter Zwang oder freiwillig stattfindet. 

Dem Täter droht bei einer Verurteilung wegen Vergewaltigung in besonders schwerem Fall eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Er soll gedroht haben, dem Opfer mit einem Stein auf den Kopf zu schlagen. Vergewaltigungen von Männern sind laut Kriminalstatistik deutlich seltener als Vergewaltigungen von Frauen: Im Jahr 2014 wurden demnach 332 Männer vergewaltigt - und 5932 Frauen.

Für den Prozess sind noch sechs Verhandlungstage angesetzt. Nächste Woche Freitag soll das Verfahren fortgesetzt werden.