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05.07.2013

Mannheimer Jugendtrainer muss wegen Missbrauchs ins Gefängnis

Mannheim. Wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern ist ein ehemaliger Mannheimer Jugendtrainer zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Anders als von der Staatsanwaltschaft gefordert, wurde keine anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet, wie ein Gerichtssprecher am Freitag in Mannheim weiter mitteilte. Der Angeklagte hatte die Taten gestanden und sich bei seinen Opfern entschuldigt.

«Das ist ein wichtiger Schritt in der Aufarbeitung, um mit den Geschehnissen irgendwann mal abschließen zu können», sagte Steffen Lindberg, der Anwalt eines der Opfer, nach dem Urteil. Seinem Mandanten wurde ein Schmerzensgeld in Höhe von 25 000 Euro zugesprochen. Außerdem muss der ehemalige Jugendtrainer für alle Folgeschäden des heute 21-Jährigen aufkommen.

Nach Feststellung des Gerichts hatte sich der Mann als Trainer in einem Mannheimer Inline-Hockey-Verein Kontakt zu seinen Opfern verschafft. Zwischen 2004 und 2012 habe er sich hier an Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 15 Jahren vergangen. In 14 Fällen wurden die Taten vom Gericht als schwerer Missbrauch gewertet.

Verteidiger Stefan Allgeier hatte sich in seinem Plädoyer gegen eine Sicherungsverwahrung ausgesprochen. «Die Voraussetzungen liegen nicht vor», sagte er nach der Entscheidung der Kammer. Der 44-Jährige werde nun eine «hohe Motivation für eine Therapie» mitbringen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.