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27.09.2009

Mappus fordert "glasklare Wahlanalyse" - FDP im Glück

STUTTGART. Baden-Württembergs CDU-Fraktionschef Stefan Mappus hat als Konsequenz aus den Stimmenverlusten seiner Partei bei der Bundestagswahl eine „glasklare Analyse“ gefordert. „Wir brauchen das, im Land wie auch in Berlin, wo wir das vor vier Jahren nicht hatten“, sagte Mappus am Sonntag in Stuttgart. „Wichtige Fragen lassen sich nicht unter den Teppich kehren.“

Die zweite Hochrechnung für Baden-Württemberg hat die hohen Verluste für CDU und SPD bei der Bundestagswahl bestätigt. Großer Gewinner im Südwesten ist nach der Zahlen von Infratest dimap die FDP: Sie kommt auf 18,2 Prozent (2005: 11,9). Die CDU käme danach auf 34,2 Prozent, hieß es im SWR. 2005 erzielte sie noch 39,2 Prozent. Die SPD verliert massiv und kommt auf nur noch 19,9 Prozent (2005: 30,1). Die Grünen legten zu und erreichten 13,8 Prozent (2005: 10,7). Die Linke kommt auf 7,3 Prozent, 2005 lag sie bei 3,8 Prozent.

Der 27. September sei „kein brillanter Tag“ für die CDU, sagte Mappus. Dennoch gehöre er nicht zu jenen, die nun die Strategie „schlechtreden“. Das Ergebnis für die CDU wäre wohl noch anders ausgefallen, wenn „wir nicht Angela Merkel mit ihren hohen Sympathiewerten“ gehabt hätten.

Seiner Ansicht nach hat die Südwest-CDU überdurchschnittlich viele Wähler an die FDP verloren - vor allem Unternehmer. Seine Partei habe ihre Positionen beim Thema Wirtschaft „wegen der Geisel große Koalition“ nicht so darstellen können. Auf die Verantwortung von Regierungs- und Parteichef Günther Oettinger angesprochen, meinte Mappus: „Wir stehen zusammen, auch wenn es mal nicht so läuft.“

Mit der FDP könnten die CDU-Positionen „besser rüber gebracht“ werden. „Wir haben unser Hauptziel erreicht, unter dem Strich bin ich zufrieden“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende. Was Schwarz-Gelb leisten kann, sehe man in Baden-Württemberg. „Dennoch wären mir etwas mehr Schwarz und weniger Gelb lieber gewesen.“ Entscheidend sei aber, dass es unter dem Strich für Schwarz-Gelb reicht. In dieser Koalition könne die CDU „Terrain gut machen und künftig bessere Ergebnisse erzielen“.