mappus rülke
Der baden-württembergische FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke (links) und der frühere CDU-Fraktionsvorsitzende und ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus haben lange eine Männerfreundschaft gepflegt. Jetzt fordert aber auch Rülke in der EnBW-Affäre Rechenschaft von den Beratern, die Mappus beim EnBW-Aktiendeal unterstützt haben. 
Mappus rechnet nach EnBW-Deal mit Ende der Ermittlungen gegen ihn
 

Mappus rechnet mit Ende der Ermittlungen gegen ihn

Baden-Württembergs Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) ist überzeugt, dass die Staatsanwaltschaft ihn trotz eines neuen Gutachtens zum EnBW-Deal nicht anklagen wird. «Der Vorwurf der Untreue ist völlig absurd. Ich kann mir nichts anderes als eine baldige Einstellung des Verfahrens vorstellen», sagte Mappus nach Medienberichten.

Die Behörde ermittelt gegen Mappus wegen Untreue zulasten des Landes beim EnBW-Deal. Eine von ihr in Auftrag gegebene und am Donnerstag veröffentlichte Expertise ergab, dass das Land Ende 2010 unter Mappus knapp 780 Millionen Euro zu viel für ein Aktien-Paket von 45 Prozent an der EnBW bezahlt hat.

Mappus verteidigte die Arbeit der Bank Morgan Stanley und der Kanzlei Gleiss Lutz, die ihn bei dem 4,7 Milliarden Euro schweren Geschäft beraten hatten. Morgan Stanley sei eine sehr erfahrene Investmentbank, die die EnBW sehr gut kannte. «Ich hatte und habe bis zum heutigen Tage keinerlei Anlass, an Kompetenz, Seriosität und inhaltlicher Arbeit der Partner bezüglich der Transaktion zu zweifeln», so Mappus. «Und ich fühlte mich damals über die entscheidenden Eckpunkte auch ausreichend und richtig informiert.»

Und wie sieht der Mappus-Freund und FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke die Situation? Nimmt er jetzt langsam Abstand? Rülke forderte von den Mappus-Beratern, Rechenschaft abzulegen. «Ich würde das schon begrüßen, dass sowohl Gleiss Lutz als auch Morgan Stanley ihre Zahlen erklären», sagte er der «Pforzheimer Zeitung» (Samstag). Und: Eine Mitschuld seiner Fraktion an der Affäre wies er zurück, da Mappus das Milliardengeschäft am Landtag vorbei vollzogen hatte. Dies mache deutlich, «was die Arbeit von Gleiss Lutz wert ist. Offenbar sind die nicht fähig, einen Mandanten seriös zu beraten», sagte Rülke weiter.

Rechenschaft von den Mappus-Beratern hatte sich am Donnerstag auch Alexander Throm, CDU-Obmann im Untersuchungsausschuss des Landtags, der sich seit fast zwei Jahren mit der Kosten-Frage beschäftigt, gewünscht.

Dass das neue Gutachten des Münchner Finanzwissenschaftler Wolfgang Ballwieser die Vorwürfe gegen ihn befeuerten, sieht Mappus als persönlich belastend an. «Dass ein solches Ermittlungsverfahren und die damit einhergehende kontinuierliche öffentliche Berichterstattung, die häufig eher den Charakter einer öffentlichen Vorverurteilung und Bloßstellung hat, für eine Familie nicht immer ganz einfach ist, können Sie sich vorstellen.»