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10.02.2010

Mappus vereidigt - Ehefrau Susanne weint vor Glück

STUTTGART. Die Spannung im Stuttgarter Landtag hat sich aufgelöst. Gerade ist das Ergebnis verkündet worden: 83 von 137 Landtagsabgeordneten haben Stefan Mappus zum neuen baden-württembergischen Ministerpräsidenten gewählt. Während seine Frau Susanne wohl vor Glück geweint hat, applaudierten CDU- und FDP-Abgeordnete stehend. Bei der Vereidigung erhob sich dann der gesamte Landtag, um den jüngsten Regierungschef in Deutschland zu feiern.

Bildergalerie: Wahltag: Ministerpräsident Stefan Mappus im Glück

Es galt als sicher, dass die schwarz-gelbe Mehrheit in Stuttgart für Mappus stimmen würde. Die CDU/FDP-Koalition verfügt über eine satte Mehrheit aus 84 von insgesamt 139 Sitzen. Und so sind die 83 Pro-Mappus-Stimmen (von den 137 Stimmen entfielen bei einer Enthaltung, 51 auf ein Nein und zwei auf andere Namen) ein durchaus passables Fundament für die zukünftige Arbeit des 43-jährigen Mappus, der somit der jüngste Regierungschef in Deutschland ist.

 Mappus (CDU) hat früh nach seiner Wahl die erste Personalie seiner Amtszeit verkündet: Hubert Wicker, Chef des Staatsministeriums unter Mappus' Vorgänger Günther Oettinger, bleibt auf seinem Posten. „Es gibt niemanden, der das so gut machen kann“, sagte Mappus am Mittwoch über den 61-jährigen, ehemaligen Tübinger Regierungspräsidenten.

Oettinger hatte Wicker Mitte 2007 in die Regierungszentrale geholt. Mappus kündigte außerdem an, dass seine neue Regierung am 24. Februar in einer Sondersitzung des Landtags vorgestellt werde.

Mit etwas Verspätung war der fürhere Ministerpräsident Erwin Teufel, ein Ziehvater und Unterstützer von Mappus, in den Landtag gekommen. Erster Bürgermeister Roger Heidt und Bürgermeister Alexander Uhlig sind ebenso im Landtag wie Christine Stavenhagen und andere Pforzheimer Stadträte. Sie drückten Mappus die Daumen, gleichwohl kaum jemand ernsthaft am Wahlausgang zweifelte. 

Doch geheime Wahlen haben es eben so an sich, dass man deren Ausgang nicht im Voraus sicher benennen kann. Saß Mappus deshalb vielleicht minutenlang mit regloser Miene im Landtag? Die Mundwinkel hingen zuweilen leicht nach unten, dann wieder blitzte ein Lächeln auf. Kein Wunder, wer wäre da nicht nervös, wenn die Landtagsabgeordneten zur Wahlurne gehen und niemand im Voraus sagen kann, wie sie abstimmen werden. Jetzt muss Mappus einfach abwarten - und das ist nicht unbedingt seine Stärke.

Gefrühstückt hat Stefan Mappus heute nicht daheim, sondern in Stuttgart. Dort ist er auch über Nacht geblieben, denn nichts sollte heute den Stabwechsel an der Regierungsspitze in Baden-Württemberg behindern: CDU-Fraktionschef Stefan Mappus wird in Kürze vom Landtag zum neuen Ministerpräsidenten gewählt werden.

Der Pforzheimer folgt auf Günther Oettinger (CDU), der als EU-Energiekommissar nach Brüssel wechselt. Das EU-Parlament hatte Oettinger am Dienstag bestätigt.

Im Anschluss an die Wahl des Regierungschefs kürt die CDU-Fraktion ihren neuen Vorsitzenden. Um die Mappus-Nachfolge bewerben sich Agrarminister Peter Hauk sowie die zwei Fraktionsvize Stefan Scheffold und Klaus Schüle. Der 49-jährige Hauk gilt als Favorit. Sollte der Minister gewählt werden, müsste Mappus in jedem Fall sein Kabinett umbilden.

Außerdem will der Landtag am Nachmittag den Doppeletat 2010/11 mit einem Gesamtvolumen von 70 Milliarden Euro und einer Rekordverschuldung von 4,8 Milliarden Euro in abschließender dritter Lesung verabschieden.

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