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Kriminaltechniker sichern am Mittwoch (01.02.2012) bei Westhausen Lippach (Ostalbkreis) Spuren an einem niedergebrannten Stall. Bei einem Feuer wurden hier rund 2500 Schweine getötet. © Symbolbild: dpa
01.02.2012

Mehr als 2000 Schweine sterben bei Brand einer Zuchtanlage

Westhausen/Aalen. Bei einem Großbrand in einer Schweinezuchtanlage in Westhausen sind in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch über 2000 Tiere in den Flammen verendet. Wie die Polizei mitteilte, rückten rund 100 Feuerwehrleute aus, um der Flammen Herr zu werden. Die Rettungskräfte konnten allerdings nicht verhindern, dass der Betrieb im Ostalbkreis teilweise bis auf die Grundmauern niederbrannte.

Bildergalerie: Brand in Schweinezucht

Ein Großteil der 2300 Ferkel, Muttersauen und Eber verbrannte in den Flammen oder erstickte in den Rauchwolken, hieß es weiter. Etwa 500 Tiere mussten unter Aufsicht von Veterinären notgeschlachtet werden.

Die Brandermittler der Aalener Kriminalpolizei haben den Brandort am Mittwochmittag gegen 13 Uhr erstmalig betreten können um die Detailsuche nach der Brandursache in den Stallgebäuden des Schweinezuchtbetriebes aufzunehmen.

Weite Teile der Anlage waren buchstäblich bis auf die Grundmauern abgebrannt. Da weite Teile der Brandruine eisturzgefährdet sind, können diese derzeit weder zur Ursachenforschung, noch zur Bergung der Tierkadaver betreten werden.

In den Brand entfernten Gebäudeteilen konnte allerdings, ebenfalls um die Mittagszeit, begonnen werden, die ersten der etwa 2300 Tierleichen aus dem Gebäude zu holen. Ein Großteil der Tiere war in den Stallungen unmittelbar in den Flammen verendet oder durch Rauchgaseinatmung erstickt. Etwa 500 Saugferkel, im Alter von null bis vier Wochen, die nicht überlebensfähig waren, mussten in ihren Boxen getötet werden.

Knapp 300 Tiere konnten zunächst aus den vom Feuer nicht unmittelbar betroffenen Bereichen gerettet werden. Nach einer Begutachtung des Amtstierarztes des Landratsamtes mussten davon neun Muttersauen und 13 Läuferferkel an Ort und Stelle von ihrem Leiden erlöst werden. Etwa 280 vom Amtstierarzt als transportfähig beurteilte Tiere wurden durch die Hilfestellung verschiedener Viehhändler aus der Nachbarschaft vom Brandort abtransportiert, mit dem Ziel sie der Schlachtung zuzuführen.

Die Feuerwehr Westhausen hatte gemeinsam mit ihrer Abteilung Lippach nach Ende der nächtlichen Brandwache die Brandortnachsorge übernommen und die Schnelle Eingreifgruppe des DRK Lauchheim blieb vorsorglich über die Nacht hinaus anwesend. Schon in der Nacht waren mehrmals Brandnester aufgeflackert und auch noch am Mittwochvormittag musste ein kleines Nest nachgelöscht werden. Dabei wurden in einem unzugänglichen Teil der Brandruine vier Tiere entdeckt, die unter den Trümmern noch Lebenszeichen zeigten. Diese wurde jeweils durch einen gezielten Gewehrschuss von ihren Leiden erlöst.

Die Schadensschätzung muss vorläufig ungenau bleiben. Der Wert des gesamten Objektes, also aller Stallungen, einer montierten Photovoltaikanlage und des ursprünglichen Tierbestandes, beträgt etwa 3,5 Millionen Euro. dpa/pol